10.2.06

Im CD-Wechsler (3/2006)

**** – Cast King, «Saw Mill Man» (Locust Music)
«Saw Mill Man» ist das Debütalbum des Singer/Songwriters Cast King aus Old Sand, Alabama. Wobei anzumerken ist, dass King am 16. Februar 2006 seinen 80. Geburtstag feiert. Seine erste Band, die Alabama Pals, hatte er schon als 14-Jähriger gegründet, später spielte er Country und Bluegrass als Cast King and the Country Drifters. Ein Demotape gelangte in die Hände von Sam Phillips und er lud darauf King zu Aufnahmen im Sun Studio in Memphis ein (wo Leute wie Johnny Cash und Elvis Presley ihre ersten Platten einspielten). Acht Songs wurden eingspielt, offenbar ein Teil davon als Singles veröffentlicht (ein Aufnahme von Cast King & the Miller Sisters ist auf dem Sampler «Sun Gospel» zu finden). Als sich die Band auflöste, schrieb Cast King weiter Songs, spielte aber nur noch für Freunde und Familie.
Ende der Neunzigerjahre begann Matt Downer, ein Musiker und Country-Aficionado, in Alabama Songs alter Musiker aufzunehmen, um sie vor dem Vergessenwerden zu bewahren. Von besuchten Musikern wurde er immer wieder auf Cast King hingewiesen. Als er ihn anrief, er wolle Sachen von ihm aufnehmen, wurde er von King monatelang immer wieder mit irgendwelchen Ausreden vertröstet. Bis er ihn anrief, und nichts von Aufnahmen sagte, sondern nur, er wolle mit ihm spielen. «You can come here anytime; I’m usually here if I ain’t gone somewhere», habe King gesagt. Das war im Mai 2003, und seither ist Downer immer wieder dort gewesen, Knie an Knie mit King auf der Veranda gesessen. Song um Song hat ihm King vorgespielt und vorgesungen. Mit den Monaten begann Downer auch Aufnahmen zu machen, und eine Auswahl legt er jetzt auf diesem Album vor.
Und siehe da: Das ist ein Dutzend schöne Songs, die fesgehalten zu haben wirklich ein Verdienst ist. Es sind Country-Songs über die Arbeit in der «Saw Mill», über «the search for happiness on the bottom of the bottle“, über schöne Mädchen und die grosse Liebe.

**** – Sam Baker, «Mercy» (self-released)
Call a truce, call a war / Everyone is a bastard, everyone is whore / Everyone is a saint, everyone is redeemed / Everyone is at the mercy of another one’s dream
Wir schrieben 2006, dieses Album ist noch von 2004, hat aber erst jetzt den Weg in meinen CD-Wechsler gefunden. Es ist das Debüt des Singer/Songwriters Sam Baker aus Autstin, Texas. Produziert hat diese Perle Walt Wilkins, der auch mitspielt. Baker hört sich nach einem älteren Mann an, aussehen tut er wesentlich jünger. Und er ist vor allem ein ganz starker Songwriter.
Engagiert bringt er seine Message auf den Punkt. In «Change» etwa:
Those same little girls / Went to work in those stores / Those same little boys went away to wars / But when they came home / All the jobs hat gone away / Back to those places where they fought so far away.
Begleitet wird Baker von einer Band mit Pedal-steel, Dobro, Bass, Cello, Drums, Violine, Mandoline sowie von einer ganzen Reihe von Gastsängern, darunter Jessi Colter, Kevin Welch, Joy Lynn White und Koproduzent Walt Wilkin.

***1/2 – The Dixie Bee-Liners (self-released)
Big City Bluegrass: Das Quartett mit dem Paar Brandi Hart und Buddy Woodward, das die Songs schreibt und sich im Gesang abwechselt, lebt in New York City. Brandi Hart stammt aus dem Bluegrass State Kentucky und sang schon als 2-Jährige im Kirchenchor. Woodward, der Mandoline, Gitarre, Banjo und Bass spielt, war bei der alt.country-Band The Ghost Rockets, und neben den Dixie Bee-Liners hat er auch noch die Honkytonk-Kombo Nitro Express. Zur Band gehören zudem Fiddler Alan Gruber, der auch Jazz und klassische Musik macht, und Leadgitarrist Danny Weiss, ein Bluegrass-Veteran, der auch bei Nitro Express Leadgitarrist ist.

1 Kommentar:

Boogie hat gesagt…

Sehr schön gemachter Blog. Hab' ich sofort in meinen Blogroll aufgenommen.