(self-released)
****
Bo Ramsey ist einer meiner Lieblings-Gitarristen, -Produzenten und Singer/Songwriter. Wo immer er irgendwie die Finger drin hat – die Platte kaufe ich, selbst wenn ich vom Interpreten noch nie etwas gehört habe. Seit vielen Jahren arbeitet Ramsey mit dem grossartigen Singer/Songwriter Greg Brown, wie er aus Iowa, zusammen, und er hat das starke Debüt von Gregs Tochter Pieta Brown produziert (und er war auch mit Kevin Gordon, Lucinda Williams, Ani DiFranco, Teddy Morgan und andere tätig). Pieta Brown hat jetzt sein neues Album mit ihm koproduziert, und sie wirkt darauf auch als Gitarristin mit. Ebenso Greg Brown. Und der Singer/Songwriter und Pianist David Zollo, ebenfalls aus Iowa, langt in die Tasten.
„Stranger Blues“ ist, der Titel lässt es schon vermuten, ein Blues-Album. Im Gegensatz zu seinen Alben aus den Neunzigerjahren, die er mit eigenen Songs bestritt, covert Ramsey hier einige Blues-Klassiker. So den Titelsong von Elmore James sowie Songs von Little Walter, Howlin’ Wolf, Jesse Mae Hemphill, Willie Dixon, Sonny Boy Williamson und anderen. In seinen stimmungsvollen Interpretationen führt Bo Ramsey vor allem sein Können auf diversen Gitarren vor. Grosse Klasse!
Über handgemachte Musik: Roots Rock, Country, Rock 'n' roll, Folk, Blues, Rockabilly, Singer/Songwriter, Cajun, Zydeco, TexMex und so weiter.
2.4.07
30.3.07
Spanic Boys, „Sunshine“
(self-released)
****
Lange nichts mehr gehört von den Spanic Boys aus Milwaukee, die Anfang der Neunziger drei Alben auf dem Label Rounder hatten. Doch Tom und Ian Spanic – Vater und Sohn – rocken immer noch so schön wie eh. Zwei Gitarren, zwei Stimmen, dazu Bass (T-Bone Wolk), Drums (Brad Elvis) und ein bisschen Keyboards (Matt Meixner), und one two three four...
Tom Spanic hat 1956 seine erste Gitarre erhalten, zum zehnten Geburtstag: eine Fender Stratocaster. 1968 kam Ian zur Welt, als er sieben war, begann ihn der Vater, inzwischen Gitarrelehrer am Konservatorium, in klassischer Gitarre zu unterrichten. Erst als Ian 14 war, durfte er zur elektrischen Gitarre greifen – der Vater kaufte ihm eine – was wohl? – Stratocaster.
Über zwanzig Jahre spielen Vater und Sohn nun als Spanic Boys zusammen. Man spürt das lange Zusammenspiel der Spanics; ihr Sound strahlt – in positivem Sinn – eine Art schlafwandlerische Sicherheit aus. Ob ihr Rock ’n’ Roll mal mehr nach Rockabilly, nach Country-Rock, nach Blues-Rock oder einfach nach Gitarren-Roots-Rock klingt – es macht immer Spass zuzuhören. Und der Spanic-Sound klingt nie wie von gestern, bei allen Retro-Anleihen hat er etwas ganz Eigenes und wirkt zeitlos. Das Dutzend Songs haben Tom und Ian Spanic selbst geschrieben, das Album haben sie selbst produziert, Ian hat bei den Aufnahmen Hand angelegt und das Ding abgemischt, und erschienen ist es auf dem Familienlabel Cinaps.
****
Lange nichts mehr gehört von den Spanic Boys aus Milwaukee, die Anfang der Neunziger drei Alben auf dem Label Rounder hatten. Doch Tom und Ian Spanic – Vater und Sohn – rocken immer noch so schön wie eh. Zwei Gitarren, zwei Stimmen, dazu Bass (T-Bone Wolk), Drums (Brad Elvis) und ein bisschen Keyboards (Matt Meixner), und one two three four...
Tom Spanic hat 1956 seine erste Gitarre erhalten, zum zehnten Geburtstag: eine Fender Stratocaster. 1968 kam Ian zur Welt, als er sieben war, begann ihn der Vater, inzwischen Gitarrelehrer am Konservatorium, in klassischer Gitarre zu unterrichten. Erst als Ian 14 war, durfte er zur elektrischen Gitarre greifen – der Vater kaufte ihm eine – was wohl? – Stratocaster.
Über zwanzig Jahre spielen Vater und Sohn nun als Spanic Boys zusammen. Man spürt das lange Zusammenspiel der Spanics; ihr Sound strahlt – in positivem Sinn – eine Art schlafwandlerische Sicherheit aus. Ob ihr Rock ’n’ Roll mal mehr nach Rockabilly, nach Country-Rock, nach Blues-Rock oder einfach nach Gitarren-Roots-Rock klingt – es macht immer Spass zuzuhören. Und der Spanic-Sound klingt nie wie von gestern, bei allen Retro-Anleihen hat er etwas ganz Eigenes und wirkt zeitlos. Das Dutzend Songs haben Tom und Ian Spanic selbst geschrieben, das Album haben sie selbst produziert, Ian hat bei den Aufnahmen Hand angelegt und das Ding abgemischt, und erschienen ist es auf dem Familienlabel Cinaps.
24.3.07
Norah Jones, „Not Too Late“
(Blue Note)
***1/2
Ein bisschen jazzig ist das neue Album von Norah Jones. Mit ganz wenig Posaune, Trompete, Tuba, Sax, alles dezent und wohl dosiert. Da ein paar Striche Cello, dort ein paar Zupfer Mandoline. Die angenehme Stimme. Und alles ziemlich elegisch. Wohl etwas weniger populär als gehabt (auch erste Verkaufszahlen weisen in diese Richtung). Aber ganz schön cool und ziemlich unaufgeregt.
***1/2
Ein bisschen jazzig ist das neue Album von Norah Jones. Mit ganz wenig Posaune, Trompete, Tuba, Sax, alles dezent und wohl dosiert. Da ein paar Striche Cello, dort ein paar Zupfer Mandoline. Die angenehme Stimme. Und alles ziemlich elegisch. Wohl etwas weniger populär als gehabt (auch erste Verkaufszahlen weisen in diese Richtung). Aber ganz schön cool und ziemlich unaufgeregt.
11.3.07
The Holmes Brothers, „State of Grace“
(Alligator)
****
Die Holmes Brothers servieren einmal eine betörende Mischung aus Soul und Blues und Folk und Soul und Rock und Country und Soul. Als Gastsängerinnen haben sie Rosanne Cash für Hank Williams’ „I Can’t Help It If I’m Still in Love With You“ und Joan Osborne für „Those Memories of You“ dabei. Wichtigster Mitmusiker von Wendell Holmes, Sherman Holmes und Popsy Dixon sind Larry Campbell (Mandoline, Pedal Steel, Fiddle, Gitarre) und Glenn Patscha (Orgel, Piano, Gitarre, Akkordeon) sowie Bassist Byron Isaacs. Und für einen Song ist als Gast auch Levon Helm dabei. Mein Lieblingstrack auf diesem tollen Album ist die Cajun-Version des CCR-Heulers „Bad Moon Rising“ mit heftig Fiddle und Akkordeon. Göttlich!
****
Die Holmes Brothers servieren einmal eine betörende Mischung aus Soul und Blues und Folk und Soul und Rock und Country und Soul. Als Gastsängerinnen haben sie Rosanne Cash für Hank Williams’ „I Can’t Help It If I’m Still in Love With You“ und Joan Osborne für „Those Memories of You“ dabei. Wichtigster Mitmusiker von Wendell Holmes, Sherman Holmes und Popsy Dixon sind Larry Campbell (Mandoline, Pedal Steel, Fiddle, Gitarre) und Glenn Patscha (Orgel, Piano, Gitarre, Akkordeon) sowie Bassist Byron Isaacs. Und für einen Song ist als Gast auch Levon Helm dabei. Mein Lieblingstrack auf diesem tollen Album ist die Cajun-Version des CCR-Heulers „Bad Moon Rising“ mit heftig Fiddle und Akkordeon. Göttlich!
10.3.07
America, „Here & Now“
(Burgundy / Sony/BMG)
**
Zwei ältere Herren haben noch einmal den namenlosen Gaul gesattelt und schleichen damit um die Häuser. Hatte ihr „Horse With No Name“ damals 1972, tief in der Hippie-Zeit, noch einen gewissen melancholischen Charme, dem man ganz gerne erlag, so schleppt sich der Sound von America 2007 einfach nur langweilig daher. Das erinnert gar mehr an die frühen Bee Gees als an die Eagles. Bei Track 6 fällt dann eine etwas schärfere Gitarre auf, die einen nach dem Booklet greifen lässt. Aha, Ryan Adams. Nun, das rettet das Gähnwerk auch nicht.
Neben der CD Jahrgang 2007 beinhaltet „Here & Now“ noch eine zweite CD mit einer Live-Aufnahme von 2005. Da bringen America ihre alten Songs von „Ventura Highway“ bis „Horse With No Name“, aber sie gewannen diesen nichts Neues ab, im Gegenteil.
Wem der Sinn nach einem Ritt durch die Wüste auf dem namelosen Gaul steht, ist mit dem Original von anno dazumal besser bedient als mit diesem Remake.
**
Zwei ältere Herren haben noch einmal den namenlosen Gaul gesattelt und schleichen damit um die Häuser. Hatte ihr „Horse With No Name“ damals 1972, tief in der Hippie-Zeit, noch einen gewissen melancholischen Charme, dem man ganz gerne erlag, so schleppt sich der Sound von America 2007 einfach nur langweilig daher. Das erinnert gar mehr an die frühen Bee Gees als an die Eagles. Bei Track 6 fällt dann eine etwas schärfere Gitarre auf, die einen nach dem Booklet greifen lässt. Aha, Ryan Adams. Nun, das rettet das Gähnwerk auch nicht.
Neben der CD Jahrgang 2007 beinhaltet „Here & Now“ noch eine zweite CD mit einer Live-Aufnahme von 2005. Da bringen America ihre alten Songs von „Ventura Highway“ bis „Horse With No Name“, aber sie gewannen diesen nichts Neues ab, im Gegenteil.
Wem der Sinn nach einem Ritt durch die Wüste auf dem namelosen Gaul steht, ist mit dem Original von anno dazumal besser bedient als mit diesem Remake.
3.3.07
Brigitte London, „Like A Phoenix“
(self-released)
**
Brigitte London stammt aus Wisconsin; kürzlich ist sie von Austin, Texas, nach Nashville, Tennessee, gezogen. Ihren Namen hatte ich schon ein paar Mal gelesen. Als nun ihr neues (drittes?) Album als „powerful blend of blues, soul and country“ mit Outlaw-Einflüssen von Jennings und Cash und der Stimmkraft von Etta James und Aretha Franklin angpriesen wurde, bestellte ich „Like A Phoenix“ – auch wenn das nur halbwegs stimmen würde, versprach das ein interessantes Album zu sein.
Nun, Brigitte London kann singen, sie hat eine gute Stimme. Ihr Sound hat eine leicht jazzige Note, klingt streckenweise ganz elegant. Zu einem Drink nach einem anstrengenden Tag, irgendwo in einer Hotelbar mit gedämpftem Licht, würde mich das gewiss nicht in die Flucht treiben. Doch so auf Platte klingt Brigitte London einfach etwas zu beliebig, zu unverbindlich.
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Brigitte London stammt aus Wisconsin; kürzlich ist sie von Austin, Texas, nach Nashville, Tennessee, gezogen. Ihren Namen hatte ich schon ein paar Mal gelesen. Als nun ihr neues (drittes?) Album als „powerful blend of blues, soul and country“ mit Outlaw-Einflüssen von Jennings und Cash und der Stimmkraft von Etta James und Aretha Franklin angpriesen wurde, bestellte ich „Like A Phoenix“ – auch wenn das nur halbwegs stimmen würde, versprach das ein interessantes Album zu sein.
Nun, Brigitte London kann singen, sie hat eine gute Stimme. Ihr Sound hat eine leicht jazzige Note, klingt streckenweise ganz elegant. Zu einem Drink nach einem anstrengenden Tag, irgendwo in einer Hotelbar mit gedämpftem Licht, würde mich das gewiss nicht in die Flucht treiben. Doch so auf Platte klingt Brigitte London einfach etwas zu beliebig, zu unverbindlich.
26.2.07
Lucinda Williams, „West“
(Lost Highway)
****1/2
Ganz stark, das neue Album von Lucinda Williams! Auf der Höhe von „Car Wheels on a Gravel Road“* (1998), dem bisher zweitbesten Album von Lucinda Williams (nach „Lucinda Williams“ von 1988 auf Rough Trade).
Frau Williams ist ja noch nie ein Ausbund von Frohsinn gewesen, aber „West“ ist noch düsterer, depressiver als ihre bisherigen Alben. Verlust zieht sich wie ein roter Faden als Hauptthema durch die Songs: der Tod der Mutter, das hässliche Ende einer Beziehung. 13 neue Songs, die meisten über fünf Minuten lang, der längeste sogar neun. Die Rhythmen sind eher träge, aber meistens treibend. Tony Garnier am Bass und Altmeister Jim Keltner an den Drums zeichnen vorwiegend dafür verantwortlich. Dazu die Gitarren von Doug Pettibone (elektrisch, akustisch) und Bill Frisell (akustisch), viel Keyboardiges von Bob Burger (Orgeln, Pianos, Akkordeon usw.), ein bisschen Cello und Geigen sowie Samplings von Produzent Hal Willner (Lou Reed, Marianne Faithfuhl). Starke Songs wie „Mama You Sweet“, „Fancy Funeral“, „Come On“ und „Are You Alright?“ setzen sich rasch in den Gehörgängen fest. Und man hört sie immer und immer wieder.
* Von „Car Wheels on a Gravel Road“ ist übrigens 2006 eine sehr empfehlenswerte „Deluxe Edition“ mit zwei CDs erschienen. Disc 1 enthält das „Car Wheels…“-Album (remastered) plus zwei unveröffentlichte Songs und die „Still I Long for Your Kiss“-Version vom „Horse Whisperer“-Soundtrack. Disc 2 bringt eine sehr schöne Live-Aufnahme (11. Juli 1998, Penn’s Landing, Philadelphia, PA, im Rahmen des WXPN Singer Songwriter Festivals) mit 13 Songs, vorwiegend von „Carl Wheels…“.
****1/2
Ganz stark, das neue Album von Lucinda Williams! Auf der Höhe von „Car Wheels on a Gravel Road“* (1998), dem bisher zweitbesten Album von Lucinda Williams (nach „Lucinda Williams“ von 1988 auf Rough Trade).
Frau Williams ist ja noch nie ein Ausbund von Frohsinn gewesen, aber „West“ ist noch düsterer, depressiver als ihre bisherigen Alben. Verlust zieht sich wie ein roter Faden als Hauptthema durch die Songs: der Tod der Mutter, das hässliche Ende einer Beziehung. 13 neue Songs, die meisten über fünf Minuten lang, der längeste sogar neun. Die Rhythmen sind eher träge, aber meistens treibend. Tony Garnier am Bass und Altmeister Jim Keltner an den Drums zeichnen vorwiegend dafür verantwortlich. Dazu die Gitarren von Doug Pettibone (elektrisch, akustisch) und Bill Frisell (akustisch), viel Keyboardiges von Bob Burger (Orgeln, Pianos, Akkordeon usw.), ein bisschen Cello und Geigen sowie Samplings von Produzent Hal Willner (Lou Reed, Marianne Faithfuhl). Starke Songs wie „Mama You Sweet“, „Fancy Funeral“, „Come On“ und „Are You Alright?“ setzen sich rasch in den Gehörgängen fest. Und man hört sie immer und immer wieder.
* Von „Car Wheels on a Gravel Road“ ist übrigens 2006 eine sehr empfehlenswerte „Deluxe Edition“ mit zwei CDs erschienen. Disc 1 enthält das „Car Wheels…“-Album (remastered) plus zwei unveröffentlichte Songs und die „Still I Long for Your Kiss“-Version vom „Horse Whisperer“-Soundtrack. Disc 2 bringt eine sehr schöne Live-Aufnahme (11. Juli 1998, Penn’s Landing, Philadelphia, PA, im Rahmen des WXPN Singer Songwriter Festivals) mit 13 Songs, vorwiegend von „Carl Wheels…“.
25.2.07
Spicewood Seven, „Kakistocracy“
(Austin Records)
****
Die Liner Notes auf diesem Album:
Uncle Henry says, “The dumbest jackass always brays the loudest.”
This is not intended as a Protest Record. We have come to witness, not to bray. We have no Party Affiliations, no Choir to Sing to, no Fans to Piss off.
We have no Magic Solution for the World’s Problems.
We may even be part of the Problem.
Our theme is Kakistocracy—the idea of a society controlled by its worst
members or living down to its lowest common denominator. This condition didn’t happen overnight—under Bush or Clinton or any other scapegoat you could name. It has been festering for decades. It is not a Problem of Wealth or Poverty, War or Peace, Republican or Democrat. It is a Loss of Purpose. A Loss of Nerve.
We wanted to do Something. So we wrote some Songs.
That’s not much, admittedly...
...but we hope they will make you think and maybe even dance.
Nun, eine bessere Welt macht das Album wohl kaum, aber zum Tanzen bringen kann es einen schon (wenn man denn überhaupt tanzt...). Denn das ist ein Protestalbum das ganz wunderbar groovt. Eine sehr starke Americana-Mischung aus Country, Rock und Blues, aus flotten Uptempo-Nummern und melancholischen Balladen, mit wechselnden Sängern und Sängerinnen.
Spicewood Seven sind der Tommy Spurlock (vocals, guitars, steel, banjo usw.), Luke Powers (vocals) und Jamie Oldaker (drums) – Spurlock und Powers haben alle Songs geschrieben. Dazu kommen Gäste wie Rosie Flores, Elana Fremerman (Hot Club of Cowtown, Bob Dylan), Garth Hudson (The Band), Leon Rausch (Bob Wills and the Texas Playboys), Brennen Leigh und anderen.
Tommy Spurlock aus Spicewood, Texas, ist ein Veteran in der Musikszene; sein Plattendebüt gab er 1971 uner Produzent T-Bone Burnett als Gitarrist des Duoa Delbert & Glen (Delbert McClinton und Glen Clark). Als Gitarrist, Steel-Gitarrist war er u.v.a. für The Band, Rosanne Cash, Rodney Crowell, George Jones, Robert Earl Keen Jr., Highway 101, Chip Taylor und Emmylou Harris tätig.
****
Die Liner Notes auf diesem Album:
Uncle Henry says, “The dumbest jackass always brays the loudest.”
This is not intended as a Protest Record. We have come to witness, not to bray. We have no Party Affiliations, no Choir to Sing to, no Fans to Piss off.
We have no Magic Solution for the World’s Problems.
We may even be part of the Problem.
Our theme is Kakistocracy—the idea of a society controlled by its worst
members or living down to its lowest common denominator. This condition didn’t happen overnight—under Bush or Clinton or any other scapegoat you could name. It has been festering for decades. It is not a Problem of Wealth or Poverty, War or Peace, Republican or Democrat. It is a Loss of Purpose. A Loss of Nerve.
We wanted to do Something. So we wrote some Songs.
That’s not much, admittedly...
...but we hope they will make you think and maybe even dance.
Nun, eine bessere Welt macht das Album wohl kaum, aber zum Tanzen bringen kann es einen schon (wenn man denn überhaupt tanzt...). Denn das ist ein Protestalbum das ganz wunderbar groovt. Eine sehr starke Americana-Mischung aus Country, Rock und Blues, aus flotten Uptempo-Nummern und melancholischen Balladen, mit wechselnden Sängern und Sängerinnen.
Spicewood Seven sind der Tommy Spurlock (vocals, guitars, steel, banjo usw.), Luke Powers (vocals) und Jamie Oldaker (drums) – Spurlock und Powers haben alle Songs geschrieben. Dazu kommen Gäste wie Rosie Flores, Elana Fremerman (Hot Club of Cowtown, Bob Dylan), Garth Hudson (The Band), Leon Rausch (Bob Wills and the Texas Playboys), Brennen Leigh und anderen.
Tommy Spurlock aus Spicewood, Texas, ist ein Veteran in der Musikszene; sein Plattendebüt gab er 1971 uner Produzent T-Bone Burnett als Gitarrist des Duoa Delbert & Glen (Delbert McClinton und Glen Clark). Als Gitarrist, Steel-Gitarrist war er u.v.a. für The Band, Rosanne Cash, Rodney Crowell, George Jones, Robert Earl Keen Jr., Highway 101, Chip Taylor und Emmylou Harris tätig.
24.2.07
So gehts ja wirklich nicht weiter
Wochenlang keine neuen Einträge – so gehts nicht!
Die zwei – oder sinds drei? – regelmässigen Leser werden jedesmal schwer enttäuscht, wenn sie hier reinschauen: Wieder kein Update.
Das soll jetzt anders werden.
Ich verabschiede mich von dem seit dem Anfang verfolgten Konzept, immer mehrere Neuerscheinungen gleichzeitig zu besprechen; in der Regel sechs – der aktuelle Inhalt des CD-Wechslers in meinem Auto.
Ab sofort werde ich die Platten hier einzeln abhandeln. Denn für so kurze Posts reicht die Zeit auch wenn ich an sich etwas (zu) viel Arbeit habe.
Ich versuchs jetzt mal so. Auf einen bestimmten Rhythmus möchte ich mich sicherheitshalber aber nicht festlegen. Aber morgen gehts los. Versprochen.
Die zwei – oder sinds drei? – regelmässigen Leser werden jedesmal schwer enttäuscht, wenn sie hier reinschauen: Wieder kein Update.
Das soll jetzt anders werden.
Ich verabschiede mich von dem seit dem Anfang verfolgten Konzept, immer mehrere Neuerscheinungen gleichzeitig zu besprechen; in der Regel sechs – der aktuelle Inhalt des CD-Wechslers in meinem Auto.
Ab sofort werde ich die Platten hier einzeln abhandeln. Denn für so kurze Posts reicht die Zeit auch wenn ich an sich etwas (zu) viel Arbeit habe.
Ich versuchs jetzt mal so. Auf einen bestimmten Rhythmus möchte ich mich sicherheitshalber aber nicht festlegen. Aber morgen gehts los. Versprochen.
28.1.07
Im CD-Wechsler (1/2007)
****1/2 – McKay Brothers, „Cold Beer & Hot Tamales“ (Medina River)
Es gibt zwei Produzenten/Musiker in Texas, von welchen ich prinzipiell alles kaufe, wo sie die Hände im Spiel hatten: Lloyd Maines und Gurf Morlix. Die McKay Brothers haben ihr Debütalbum 2004 mit Gurf Morlix gemacht, ihr neues Album nun mit Lloyd Maines. Das erste Album war schon sehr gut, das zweite nun ist noch besser. Noel und Hollin McKay mischen Country und Blues, Folk und Rock ’n’ Roll, TexMex und Soul in bester Texas-Tradition. Und wenn die beiden gemeinsam singen, klingt das ein bisschen wie bei den BoDeans. Ein Dutzend Songs haben die Brüder aus Bandera, Texas, zusammen geschrieben, bei zwei Songs gibt es auch spanische Textpassagen, etwa bei der stimmungsvollen TexMex-Nummer „Texas Heart, Mexican Soul“. Mein Lieblingssong ist der rockige Countrytrack „Silicone Baby“ – der Refrain geht so:
Are you a silicone baby?
Baby, or are they real?
Do they stand when you lie down?
How do they make you feel?
Is it everything you thought it’d be just like a diamond ring?
Are you a silicone baby?
It’s the american dream
***1/2 – Truckstop Souvenir, „Leave Nothing Behind“ (self-released)
Truckstop Souvenir ist ein Paar aus Seattle, das akustische Countrymusik macht. Lauryn Shapter, ursprünglich aus New York City, singt, geigt und spielt Rhythmusgitarre, Ehemann Dennis James. ursprünglich aus Texas, singt und spielt Gitarren. Beide schreiben Songs und steuerten je fünf Titel für dieses Album bei, dazu gibt’s ein Cover, „Ramblin’ Man“. Unterstützt werden sie auf dem selbst produzierten und herausgegebenen Debüt durch Bass, Drums, Mandoline und Harmonica. Alles ist schön harmonisch, vor allem die zarten Duette, manchmal fast etwas zu harmonisch. Aber die Stimme von Lauryn Shapter wiegt jeden Einwand wieder auf. Mit Margo Timmins von den Cowboy Junkies wurde sie etwa verglichen.
***1/2 – Keith Sykes, „Let It Roll“ (Fat Pete)
Ein Veteran – Keith Sykes Debüt erschien 1969. Er war dann Gitarrist in der Band von Jimmy Buffett, und als Songwriter schrieb er Songs für Buffett, für The Judds und viele andere. „Let It Roll“ ist erst sein zehntes Album, und er lässt es da nicht nur rollen, sondern auch mal – wenn auch immer ziemlich laid back – ein bisschen rocken. Die meisten Songs hat er zusammen mit Kollegen geschrieben, etwa Todd Snider und Danny Flowers. Sehr hübsch ist seine Slow-Version von Buddy Hollys „Peggy Sue“.
***1/2 – Colleen McFarland, „Beautiful Lie“ (self-released)
Produced by Colleen McFarland
All songs written by Collleen McFarland
Art direction: Colleen McFarland
Colleen McFarland kommt aus St. Louis, Missouri. Jetzt ist sie in Nashville und will es wissen. Sozusagen im Alleingang hat sie ein eindrückliches Album herausgebracht. Sie singt und spielt akustische Gitarre, unterstützt wird sie bei den 16 eigenen Songs durch ein paar Musiker (E-Gitarre, Bass, Drums, mal ein bisschen Keyboard, Streicher, Akkordeon, Piano). Ihre Musik ist Country mit Folk- und Blues-Einschlag, überzeugend ist vor allem ihre schöne Stimme.
Es gibt zwei Produzenten/Musiker in Texas, von welchen ich prinzipiell alles kaufe, wo sie die Hände im Spiel hatten: Lloyd Maines und Gurf Morlix. Die McKay Brothers haben ihr Debütalbum 2004 mit Gurf Morlix gemacht, ihr neues Album nun mit Lloyd Maines. Das erste Album war schon sehr gut, das zweite nun ist noch besser. Noel und Hollin McKay mischen Country und Blues, Folk und Rock ’n’ Roll, TexMex und Soul in bester Texas-Tradition. Und wenn die beiden gemeinsam singen, klingt das ein bisschen wie bei den BoDeans. Ein Dutzend Songs haben die Brüder aus Bandera, Texas, zusammen geschrieben, bei zwei Songs gibt es auch spanische Textpassagen, etwa bei der stimmungsvollen TexMex-Nummer „Texas Heart, Mexican Soul“. Mein Lieblingssong ist der rockige Countrytrack „Silicone Baby“ – der Refrain geht so:
Are you a silicone baby?
Baby, or are they real?
Do they stand when you lie down?
How do they make you feel?
Is it everything you thought it’d be just like a diamond ring?
Are you a silicone baby?
It’s the american dream
***1/2 – Truckstop Souvenir, „Leave Nothing Behind“ (self-released)
Truckstop Souvenir ist ein Paar aus Seattle, das akustische Countrymusik macht. Lauryn Shapter, ursprünglich aus New York City, singt, geigt und spielt Rhythmusgitarre, Ehemann Dennis James. ursprünglich aus Texas, singt und spielt Gitarren. Beide schreiben Songs und steuerten je fünf Titel für dieses Album bei, dazu gibt’s ein Cover, „Ramblin’ Man“. Unterstützt werden sie auf dem selbst produzierten und herausgegebenen Debüt durch Bass, Drums, Mandoline und Harmonica. Alles ist schön harmonisch, vor allem die zarten Duette, manchmal fast etwas zu harmonisch. Aber die Stimme von Lauryn Shapter wiegt jeden Einwand wieder auf. Mit Margo Timmins von den Cowboy Junkies wurde sie etwa verglichen.
***1/2 – Keith Sykes, „Let It Roll“ (Fat Pete)
Ein Veteran – Keith Sykes Debüt erschien 1969. Er war dann Gitarrist in der Band von Jimmy Buffett, und als Songwriter schrieb er Songs für Buffett, für The Judds und viele andere. „Let It Roll“ ist erst sein zehntes Album, und er lässt es da nicht nur rollen, sondern auch mal – wenn auch immer ziemlich laid back – ein bisschen rocken. Die meisten Songs hat er zusammen mit Kollegen geschrieben, etwa Todd Snider und Danny Flowers. Sehr hübsch ist seine Slow-Version von Buddy Hollys „Peggy Sue“.
***1/2 – Colleen McFarland, „Beautiful Lie“ (self-released)
Produced by Colleen McFarland
All songs written by Collleen McFarland
Art direction: Colleen McFarland
Colleen McFarland kommt aus St. Louis, Missouri. Jetzt ist sie in Nashville und will es wissen. Sozusagen im Alleingang hat sie ein eindrückliches Album herausgebracht. Sie singt und spielt akustische Gitarre, unterstützt wird sie bei den 16 eigenen Songs durch ein paar Musiker (E-Gitarre, Bass, Drums, mal ein bisschen Keyboard, Streicher, Akkordeon, Piano). Ihre Musik ist Country mit Folk- und Blues-Einschlag, überzeugend ist vor allem ihre schöne Stimme.
1.1.07
Best of 2006: Top Ten etc.
Meine Lieblingsalben 2006:
1. J.B. Beverley & The Wayward Drifters, Dark Bar and a Jukebox
2. Honky Tonk Disciples, Kickin’ Up Dust
3. Greg Brown, The Evening Call
4. 77 El Deora, Sirens
5. James Luther Dickinson, Jungle Jim and the Voodoo Tiger
6. Ramsay Midwood, Popular Delusions & the Madness of Cows
7. Sunny Sweeney, Heartbreaker’s Hall of Fame
8. Kris Kristofferson, This Old Road
9. 18 Wheeler, Charmed Life
10. Guy Clark, Workbench Songs
Ausser Konkurrenz (stehen über allen anderen, die Aufnahmen sind aber schon älter und gehören darum nicht auf die 2006-Top-Liste):
Blaze Foley and The Beaver Valley Boys, Cold, Cold World (1979/1980)
Los Lobos, Chuy’s Tape Box, Volume 1 (Live 1984)
In der Endausscheidung knapp ausgeschieden
(alphabetische Reihenfolge):
Rosanne Cash, Black Cadillac
Bob Delevante, Columbus and the Colossal Mistake
Hacienda Brothers, What’s Wrong With Right
Butch Hancock, War and Peace
Augie Meyers & The Rocka Baca’s, My Freeholies Ain’t Free Anymore
Los Lobos, The Town and the Country
Bobby Earl Smith, Turn Row Blues
Trent Summar & The New Row Mob, Horseshoes & Hand Grenades
The Weary Boys, Jumpin’ Jolie
Willam Elliott Whitmore, Song of the Blackbird
• Blick zurück: Top Ten 2005.
1. J.B. Beverley & The Wayward Drifters, Dark Bar and a Jukebox
2. Honky Tonk Disciples, Kickin’ Up Dust
3. Greg Brown, The Evening Call
4. 77 El Deora, Sirens
5. James Luther Dickinson, Jungle Jim and the Voodoo Tiger
6. Ramsay Midwood, Popular Delusions & the Madness of Cows
7. Sunny Sweeney, Heartbreaker’s Hall of Fame
8. Kris Kristofferson, This Old Road
9. 18 Wheeler, Charmed Life
10. Guy Clark, Workbench Songs
Ausser Konkurrenz (stehen über allen anderen, die Aufnahmen sind aber schon älter und gehören darum nicht auf die 2006-Top-Liste):
Blaze Foley and The Beaver Valley Boys, Cold, Cold World (1979/1980)
Los Lobos, Chuy’s Tape Box, Volume 1 (Live 1984)
In der Endausscheidung knapp ausgeschieden
(alphabetische Reihenfolge):
Rosanne Cash, Black Cadillac
Bob Delevante, Columbus and the Colossal Mistake
Hacienda Brothers, What’s Wrong With Right
Butch Hancock, War and Peace
Augie Meyers & The Rocka Baca’s, My Freeholies Ain’t Free Anymore
Los Lobos, The Town and the Country
Bobby Earl Smith, Turn Row Blues
Trent Summar & The New Row Mob, Horseshoes & Hand Grenades
The Weary Boys, Jumpin’ Jolie
Willam Elliott Whitmore, Song of the Blackbird
• Blick zurück: Top Ten 2005.
31.12.06
Im CD-Wechsler (20/2006)
****1/2 – Honky Tonk Disciples, „Kickin’ Up Dust“ (self-released)
Zum Jahresende noch eine neue Lieblingsband. Die Honky Tonk Disciples sind eine hart rockende Country-Combo aus Louisiana, die rohen Rock ’n’ Roll und Tanzhallen-Country und den Blues des tiefen Südens zu einer neuen Einheit verschmelzt. Die Disciples haben die scharfen Gitarrenriffs der Georgia Satellites, den melodiösen Rocksound der Hooters, aber auch die Landstrasseneinsamkeit eines Hank Williams. Meistens gehts mit Vollgas ab; manche Hardrockband könnte sich da noch was abgucken. Doch dann kippt die Fiddle, die vorher wie eine kreischende Säge eingesetzt wurde, plötzlich in melodiösen Countrystil – allerdings meist etwas schneller als gewohnt. Alle zwölf Songs sind eigene Werke, geschrieben von Sänger/Gitarrist Michael Howes und Leadgitarrist Danny Bond. Produziert wurde das tolle Album von Dan Baird, einem der Gründer der Georgia Satellites.
***** – Blaze Foley and The Beaver Valley Boys, „Cold, Cold World“ (Lost Art)
Blaze Foley (1949–1998), der eigentlich Michael David Fuller hiess, war ein begnadeter Songwriter – und ein wahrer Outlaw. Er hatte keinen festen Wohnsitz, ständig Probleme mit den Behörden – und 1998 wurde er in einem abstrusen Streit vom Sohn eines Freundes erschossen. Seit ein paar Jahren werden seine unveröffentlichten Schätze nach und nach veröffentlicht. Nach „Wanted More Dead Than Alive“ im letzten Jahr kommen nun Aufnahmen, die der Produzent, Musiker und Singer/Songwriter Gurf Morlix 1979 in Houston und 1980 in Fredericksburg, Texas, mit Foley gemacht hat. Neben von anderen Aufnahmen bekannten Songs wie „Small Town Hero“, „Slow Boat to China“, „Election Day“, „Christian Lady Talkin’ On a Bus“ und „Faded Love & Memories“ finden sich unter den 17 Titeln auch ein paar, die noch nie veröffentlicht waren. Die Begleitung durch Morlix und Musiker seiner damaligen Band steht voll im Dienst der Songs und ist wunderbar stimmig. Ein kleines Meisterwerk.
****1/2 – Ramsay Midwood, „Popular Delusions & the Madness of Cows“ (Farmwire)
Ramsay Midwood, aus einer Musikerfamilie Arlington, Virginia, stammend, war Schauspieler in Chicago und Los Angeles, daneben trat er auch mit seinen Songs auf. Vor ein paar Jahren liess er sich als Musiker in Austin, Texas, nieder. Er wird oft mit dem frühen Tom Waits verglichen, aber auch mit Leon Redbone. Seine schrägen Geschichten murmelt er fast mehr als er sie singt, die Musik ist eine virtuose Melange aus Blues, Folk, Rock und Country, meist ziemlich laid back. Auf seinem neuen Album, produziert von Don Heffington, spielen einige Exponenten der Crème-de-la-crème der Americana-Szene mit: Randy Weeks (electric guitar, Banjo), Don Heffington (drums, harmonica, percussion), Kip Boardman (bass, piano), Danny McGough (organ), Phil Parlapiano (accordion, organ), Greg Leisz (lap steel, mandolin), Jon Birdsong (tuba, baritone horn). Grosse Klasse!
Jahresendeaufwisch im Schnelldurchlauf (Part II)
**** – Trent Summar & The New Row Mob, „Horseshoes & Hand Grenades“ (Palo Duro)
Countryrock hart und laut, ein bisschen wie die Honky Tonk Disciples (siehe oben). Keine Wunder – auch hier hat Dan Baird seine Finger drin, bzw. an der Gitarre. Macht echt Freude!
**** – Todd Snider, „The Devil You Know“ (New Door/Universal)
Sein letztes Album „East Nashville Skyline“ gehörte 2004 zu meinen Favoriten. Auch auf seinem neuesten Werk ist der Singer/Songwriter mit dem manchmal etwas schrägen Country-Folk-Rock-Blues-Sound frech, witzig, frisch – und einfach gut.
**** – Augie Meyers & The Rocka Baca’s, „My Freeholies Ain’t Free Anymore“ (El Sendero)
Augie Meyers, der legendäre Organist und Akkordeonist (Sir Douglas Quintet, Texas Tornados, Bob Dylan u.v.a) aus San Antonio, Texas, zeigt wieder einmal, was er drauf hat, nachdem das letzte Album eher peinlich ausgefallen war. Die Handorgel überlässt er hier Michael Guerra und David Farian, um selber Gitarre und Orgel zu spielen – und natürlich zu singen. Augie hat das Album mit einigen neuen eigenen Songs zusammen mit Drummer Max Baca (bekannt aus Flaco Jimenez’ Band) produziert, Bobby Flores steuert Fiddle und Steel-guitar bei. Eine schöne Texmex-Mischung mit Drive und Schmelz.
**** – 18 Wheeler, „Charmed Life“ (BWJ)
Dass es das noch gibt: Rockabilly mit Vollgas und punkiger Attitüde. 18 Wheeler ist ein Trio aus Denver, Colorado, das als Wurzeln seiner Musik den Rockabilly der Fünfzigerjahre ebenso nennt wie Einflüsse von Bands wie The Cramps, Kiss und The Beat Farmers. Gitarre, akustischer Bass, Drums – und dann das Gaspedal an den Anschlag. Macht Spass. Müsste man live sehen – würde sicher noch mehr Spass machen.
**** – William Elliott Whitmore, „Song of the Blackbird“ (Southern)
Der junge Mann mit der alten Stimme und dem Banjo ist zurück. Die Songs wie der Sound sind so düster wie zuvor. Stark nur seine Stimme und sein Banjo. Unter den wenigen Mitmusikern ist diesmal der brillante Pianist (und Singer/Songwriter) David Zollo, wie Whitmore aus Iowa.
**** – Wayne „The Train“ Hancock, „Tulsa“ (Bloodshot)
They won’t play no Dale Watson
They won’t play Wayne „The Train“
They’ll never play ole’ Hank III
And they don’t know my name
Dies singt J. B. Beverley im Titelsong seines tollen ersten Albums über das Country-Radio in den USA. Nun, ob sie Wayne Hancock spielen oder nicht – er ist einfach toll. Seine virtuose Mischung aus Western Swing, Country und Rockabilly zusammen mit seinem näselnden Gesang reisst einfach mit.
**** – Carrie Rodriguez, „Seven Angels On a Bicycle“ (Train Wreck)
Sehr schönes „Solo“-Album der Duettpartnerin und Violinisten von Chip Taylor. Mit Bill Frisell (electric guitar), Greg Leisz (steel guitars, dobro), Viktor Krauss (upright bass), Chip Taylor (accoustic guitar) u.a.
***1/2 – Chip Taylor, „Unglorious Hallelujah“ (EMI)
Viel Musik fürs Geld, fast etwas gar viel: Der grosse Songwriter Chip Taylor hat so viele neue Songs, dass er gleich noch eine zweite CD, betitelt „Red, Red, Rose & Other Songs of Love, Pain and Destruction“, beilegen liess. Insgesamt 24 Songs, wie immer sehr stimmungsvoll eingespielt.
***1/2 – Halden Wofford & The Hi*Beams, „Midnight Rodeo“ (self-released)
Neo-Honkytonk aus Austin, Texas. Witzig, gut gespielt.
***1/2 – Miss Leslie & her Juke Jointeres, „Honky Tonk Happy Hour“ (Zero Label)
Honkytonk-Stimmung zur Happy Hour im Continental Club in Houston, Texas. Leslie Lindley mischt Rockabilly und altmodische Countrysongs. Tolle Stimme, gute Band. Kommt noch besser als ihr Studioalbum vom Vorjahr..
***1/2 – Jessie Lee Miller, „Now You’re Gonna Be Loved“ (self-released)
Honkytonk mit Rockabilly-Einschlag. Tolle Stimme.
***1/2 – James Hand, „The Truth Will Set You Free“ (Rounder)
Country von heute in der zeitlosen Tradition von Lefty Frizzell, Hank Williams, Ernest Tubb. „The real deal!“, sagt Willie Nelson über James Hand.
*** – Kasey Chambers, „Carnival“ (Warner Bros.)
Mit ihrem Solo-Debüt „The Captain“ avancierte die australische Sängerin Kasey Chambers (die schon als Kind in der Familienkombo Dead Ringer Band dabei war) sozusagen über Nacht zum weltweiten Americana-Darling. Hier viertes Soloalbum klingt leider eher mau.
*** – The Resentments, „On My Way to See You“ (Freedom)
Austins „Super Group“ mit Stephen Bruton, Jon Dee Graham, Bruce Hughes, Scrappy Jud Newcomb und John Chipman war im Studio.
*** – Bruce Hughes, „Bluebird“ (Freedom)
Ansprechendes Debüt des Musikers (The Resentments, Bob Schneider Band, Poi Dog Pondering, The Ugly Americans) als Singer/Songwriter.
Zum Jahresende noch eine neue Lieblingsband. Die Honky Tonk Disciples sind eine hart rockende Country-Combo aus Louisiana, die rohen Rock ’n’ Roll und Tanzhallen-Country und den Blues des tiefen Südens zu einer neuen Einheit verschmelzt. Die Disciples haben die scharfen Gitarrenriffs der Georgia Satellites, den melodiösen Rocksound der Hooters, aber auch die Landstrasseneinsamkeit eines Hank Williams. Meistens gehts mit Vollgas ab; manche Hardrockband könnte sich da noch was abgucken. Doch dann kippt die Fiddle, die vorher wie eine kreischende Säge eingesetzt wurde, plötzlich in melodiösen Countrystil – allerdings meist etwas schneller als gewohnt. Alle zwölf Songs sind eigene Werke, geschrieben von Sänger/Gitarrist Michael Howes und Leadgitarrist Danny Bond. Produziert wurde das tolle Album von Dan Baird, einem der Gründer der Georgia Satellites.
***** – Blaze Foley and The Beaver Valley Boys, „Cold, Cold World“ (Lost Art)
Blaze Foley (1949–1998), der eigentlich Michael David Fuller hiess, war ein begnadeter Songwriter – und ein wahrer Outlaw. Er hatte keinen festen Wohnsitz, ständig Probleme mit den Behörden – und 1998 wurde er in einem abstrusen Streit vom Sohn eines Freundes erschossen. Seit ein paar Jahren werden seine unveröffentlichten Schätze nach und nach veröffentlicht. Nach „Wanted More Dead Than Alive“ im letzten Jahr kommen nun Aufnahmen, die der Produzent, Musiker und Singer/Songwriter Gurf Morlix 1979 in Houston und 1980 in Fredericksburg, Texas, mit Foley gemacht hat. Neben von anderen Aufnahmen bekannten Songs wie „Small Town Hero“, „Slow Boat to China“, „Election Day“, „Christian Lady Talkin’ On a Bus“ und „Faded Love & Memories“ finden sich unter den 17 Titeln auch ein paar, die noch nie veröffentlicht waren. Die Begleitung durch Morlix und Musiker seiner damaligen Band steht voll im Dienst der Songs und ist wunderbar stimmig. Ein kleines Meisterwerk.
****1/2 – Ramsay Midwood, „Popular Delusions & the Madness of Cows“ (Farmwire)
Ramsay Midwood, aus einer Musikerfamilie Arlington, Virginia, stammend, war Schauspieler in Chicago und Los Angeles, daneben trat er auch mit seinen Songs auf. Vor ein paar Jahren liess er sich als Musiker in Austin, Texas, nieder. Er wird oft mit dem frühen Tom Waits verglichen, aber auch mit Leon Redbone. Seine schrägen Geschichten murmelt er fast mehr als er sie singt, die Musik ist eine virtuose Melange aus Blues, Folk, Rock und Country, meist ziemlich laid back. Auf seinem neuen Album, produziert von Don Heffington, spielen einige Exponenten der Crème-de-la-crème der Americana-Szene mit: Randy Weeks (electric guitar, Banjo), Don Heffington (drums, harmonica, percussion), Kip Boardman (bass, piano), Danny McGough (organ), Phil Parlapiano (accordion, organ), Greg Leisz (lap steel, mandolin), Jon Birdsong (tuba, baritone horn). Grosse Klasse!
Jahresendeaufwisch im Schnelldurchlauf (Part II)
**** – Trent Summar & The New Row Mob, „Horseshoes & Hand Grenades“ (Palo Duro)
Countryrock hart und laut, ein bisschen wie die Honky Tonk Disciples (siehe oben). Keine Wunder – auch hier hat Dan Baird seine Finger drin, bzw. an der Gitarre. Macht echt Freude!
**** – Todd Snider, „The Devil You Know“ (New Door/Universal)
Sein letztes Album „East Nashville Skyline“ gehörte 2004 zu meinen Favoriten. Auch auf seinem neuesten Werk ist der Singer/Songwriter mit dem manchmal etwas schrägen Country-Folk-Rock-Blues-Sound frech, witzig, frisch – und einfach gut.
**** – Augie Meyers & The Rocka Baca’s, „My Freeholies Ain’t Free Anymore“ (El Sendero)
Augie Meyers, der legendäre Organist und Akkordeonist (Sir Douglas Quintet, Texas Tornados, Bob Dylan u.v.a) aus San Antonio, Texas, zeigt wieder einmal, was er drauf hat, nachdem das letzte Album eher peinlich ausgefallen war. Die Handorgel überlässt er hier Michael Guerra und David Farian, um selber Gitarre und Orgel zu spielen – und natürlich zu singen. Augie hat das Album mit einigen neuen eigenen Songs zusammen mit Drummer Max Baca (bekannt aus Flaco Jimenez’ Band) produziert, Bobby Flores steuert Fiddle und Steel-guitar bei. Eine schöne Texmex-Mischung mit Drive und Schmelz.
**** – 18 Wheeler, „Charmed Life“ (BWJ)
Dass es das noch gibt: Rockabilly mit Vollgas und punkiger Attitüde. 18 Wheeler ist ein Trio aus Denver, Colorado, das als Wurzeln seiner Musik den Rockabilly der Fünfzigerjahre ebenso nennt wie Einflüsse von Bands wie The Cramps, Kiss und The Beat Farmers. Gitarre, akustischer Bass, Drums – und dann das Gaspedal an den Anschlag. Macht Spass. Müsste man live sehen – würde sicher noch mehr Spass machen.
**** – William Elliott Whitmore, „Song of the Blackbird“ (Southern)
Der junge Mann mit der alten Stimme und dem Banjo ist zurück. Die Songs wie der Sound sind so düster wie zuvor. Stark nur seine Stimme und sein Banjo. Unter den wenigen Mitmusikern ist diesmal der brillante Pianist (und Singer/Songwriter) David Zollo, wie Whitmore aus Iowa.
**** – Wayne „The Train“ Hancock, „Tulsa“ (Bloodshot)
They won’t play no Dale Watson
They won’t play Wayne „The Train“
They’ll never play ole’ Hank III
And they don’t know my name
Dies singt J. B. Beverley im Titelsong seines tollen ersten Albums über das Country-Radio in den USA. Nun, ob sie Wayne Hancock spielen oder nicht – er ist einfach toll. Seine virtuose Mischung aus Western Swing, Country und Rockabilly zusammen mit seinem näselnden Gesang reisst einfach mit.
**** – Carrie Rodriguez, „Seven Angels On a Bicycle“ (Train Wreck)
Sehr schönes „Solo“-Album der Duettpartnerin und Violinisten von Chip Taylor. Mit Bill Frisell (electric guitar), Greg Leisz (steel guitars, dobro), Viktor Krauss (upright bass), Chip Taylor (accoustic guitar) u.a.
***1/2 – Chip Taylor, „Unglorious Hallelujah“ (EMI)
Viel Musik fürs Geld, fast etwas gar viel: Der grosse Songwriter Chip Taylor hat so viele neue Songs, dass er gleich noch eine zweite CD, betitelt „Red, Red, Rose & Other Songs of Love, Pain and Destruction“, beilegen liess. Insgesamt 24 Songs, wie immer sehr stimmungsvoll eingespielt.
***1/2 – Halden Wofford & The Hi*Beams, „Midnight Rodeo“ (self-released)
Neo-Honkytonk aus Austin, Texas. Witzig, gut gespielt.
***1/2 – Miss Leslie & her Juke Jointeres, „Honky Tonk Happy Hour“ (Zero Label)
Honkytonk-Stimmung zur Happy Hour im Continental Club in Houston, Texas. Leslie Lindley mischt Rockabilly und altmodische Countrysongs. Tolle Stimme, gute Band. Kommt noch besser als ihr Studioalbum vom Vorjahr..
***1/2 – Jessie Lee Miller, „Now You’re Gonna Be Loved“ (self-released)
Honkytonk mit Rockabilly-Einschlag. Tolle Stimme.
***1/2 – James Hand, „The Truth Will Set You Free“ (Rounder)
Country von heute in der zeitlosen Tradition von Lefty Frizzell, Hank Williams, Ernest Tubb. „The real deal!“, sagt Willie Nelson über James Hand.
*** – Kasey Chambers, „Carnival“ (Warner Bros.)
Mit ihrem Solo-Debüt „The Captain“ avancierte die australische Sängerin Kasey Chambers (die schon als Kind in der Familienkombo Dead Ringer Band dabei war) sozusagen über Nacht zum weltweiten Americana-Darling. Hier viertes Soloalbum klingt leider eher mau.
*** – The Resentments, „On My Way to See You“ (Freedom)
Austins „Super Group“ mit Stephen Bruton, Jon Dee Graham, Bruce Hughes, Scrappy Jud Newcomb und John Chipman war im Studio.
*** – Bruce Hughes, „Bluebird“ (Freedom)
Ansprechendes Debüt des Musikers (The Resentments, Bob Schneider Band, Poi Dog Pondering, The Ugly Americans) als Singer/Songwriter.
27.12.06
Im CD-Wechsler (19/2006)
Jahresendeaufwisch im Schnelldurchlauf (Part I)
**** – Two Tons of Steel, „Two Tons Tuesday Live“ (CD und DVD) (Palo Duro)
Eine ganz tolle Rockabilly-Band sind Two Tons of Steel – als „Countrybilly“ bezeichnet Bandleader Kevin Geil seine Musik. Das letzte Studioalbum “Vegas“ schaffte aus locker auf meine Liste meiner Lieblingsalben 2005. Nun habe ich die unglaubliche Spielfreude und Energie dieser Band leider nicht ganz live, aber immerhin gefilmt gesehen: auf der DVD von einem ihrer „Two Tons Tuesdays“ in der Gruene Hall und Gruene, Texas. Einmal im Monat spielen sie in dieser alten Dance Hall in einem kleinen Kaff zwischen Austin und San Antonio am Dienstag – und die Bude ist immer gerammelt voll. Das heisst, an einem Dienstagabend kommen da über tausend Leute zusammen um Spass zu haben und zu tanzen
**** – The Texas Sapphires, „Valley So Steep“ (Stag)
Austins neue Lieblinge. Stark akustisch orientierter Amerciana-Country-Sound. Eine männliche und eine schöne weibliche Lead-Stimme. Produced by Lloyd Maines (der auch mitspielt).
**** – Slaid Cleaves, „Unsung“ (Rounder)
Der Singer/Songwriter singt Songs von anderen Songwirtern, der er verehrt, darunter Adam Carroll, David Olney, Ana Egge, Karen Poston.
**** – Chris Knight, „Enough Rope“ (self-released)
Der rockige Singer/Songwriter stark wie immer. Produced by Gary Nicholson.
***1/2 – Fred J. Eaglesmith, „Milly’s Cafe“ (self-released)
Zehn neue Songs auf dem ungefähr fünfzehnten Album des Singer/Songwriters.
***1/2 – Robert Earl Keen, „Live at the Ryman – The Greatest Show Ever Been Gave“ (Koch)
Einer meiner Lieblings-Songwriter live in Nashville mit einigen seiner bekanntesten Songs.
***1/2 – Holly Ramos, „Racehorse“ (self-released)
Big City Girl (ex N.Y.C., jetzt L.A.) mit urbanem Folk-Rock.
*** – Matthew Grimm & The Red Smear, „Dawn’s Early Apoclaypse“ (self-released)
Polit-Americana-Punk-Rock vom Haupt-Songschreiber der New Yorker Hangdogs, der nach Iowa City gezogen ist. Ko-produziert von Pete Anderson.
*** – Raul Malo, „You’re Only Lonely“ (Sanctuary)
Der Ex-Frontman der Mavericks auf dem Weg, der neue Roy Orbison zu werden. Er muss aber aufpassen, dass er die Kurve kriegt und nicht als neuer Chris Isaak endet.
*** – Allison Moorer, „Getting Somewhere“ (Sugar Hill)
Steve Earle hat seine ungefähr zehnte Gattin auch musikalisch sehr für sich eingenommen. Klingt wie ein Steve-Earle-Album mit Allison Moorer als Sängerin. Das ist ja nicht schlecht, aber nicht unbedingt das, was man von Frau Moorer, pardon, Frau Earle möchte.
*** – Tony Joe White, „Uncovered“ (Swamp)
Die Legende aus Louisiana gibt sich diesmal etwas zu betulich. Gäste: J.J. Cale, Eric Clapton, Waylon Jennings, Mark Knopfler.
*** – PF Sloan, „Sailover“ (Hightone)
Der Veteran mit alten („Eve of Destruction“) und neuen eigenen Songs. Gäste: Lucinda Williams, Frank Black, Buddy Miller.
*** – Michael Hall, „The Song He Was Listening to When He Died“ (Freedom)
Achtes Album des Singer/Songwriters aus Austin, Texas. Ko-produziert von Scrappy Jud Newcomb.
*** – Randy Weeks, „Sugarfinger“ (self-released)
Der kalifornische Singer/Songwriter findet leider nie ganz zurück zur Hochform, die er mit den Lonesome Stranges in den Achtzigerjahren erreicht hatte.
*** – Tim Easton, „Ammunition“ (New West)
Neo-Folk mit Polit-Einschlag.
*** – Elvis Costello & Allain Toussaint, „The River in Reverse“ (Verve Forecast)
Schade, dass immer nur Elvis Costello singt und nie Allain Toussaint, der nur auf die Tasten hauen darf.
**1/2 – Ray Lamontagne, „Till the Sun Turns Black“ (RCA)
Nach dem Überraschungserfolg des Debuts „Trouble“ ist das Nachfolgealbum nicht sonderlich überraschend.
**** – Two Tons of Steel, „Two Tons Tuesday Live“ (CD und DVD) (Palo Duro)
Eine ganz tolle Rockabilly-Band sind Two Tons of Steel – als „Countrybilly“ bezeichnet Bandleader Kevin Geil seine Musik. Das letzte Studioalbum “Vegas“ schaffte aus locker auf meine Liste meiner Lieblingsalben 2005. Nun habe ich die unglaubliche Spielfreude und Energie dieser Band leider nicht ganz live, aber immerhin gefilmt gesehen: auf der DVD von einem ihrer „Two Tons Tuesdays“ in der Gruene Hall und Gruene, Texas. Einmal im Monat spielen sie in dieser alten Dance Hall in einem kleinen Kaff zwischen Austin und San Antonio am Dienstag – und die Bude ist immer gerammelt voll. Das heisst, an einem Dienstagabend kommen da über tausend Leute zusammen um Spass zu haben und zu tanzen
**** – The Texas Sapphires, „Valley So Steep“ (Stag)
Austins neue Lieblinge. Stark akustisch orientierter Amerciana-Country-Sound. Eine männliche und eine schöne weibliche Lead-Stimme. Produced by Lloyd Maines (der auch mitspielt).
**** – Slaid Cleaves, „Unsung“ (Rounder)
Der Singer/Songwriter singt Songs von anderen Songwirtern, der er verehrt, darunter Adam Carroll, David Olney, Ana Egge, Karen Poston.
**** – Chris Knight, „Enough Rope“ (self-released)
Der rockige Singer/Songwriter stark wie immer. Produced by Gary Nicholson.
***1/2 – Fred J. Eaglesmith, „Milly’s Cafe“ (self-released)
Zehn neue Songs auf dem ungefähr fünfzehnten Album des Singer/Songwriters.
***1/2 – Robert Earl Keen, „Live at the Ryman – The Greatest Show Ever Been Gave“ (Koch)
Einer meiner Lieblings-Songwriter live in Nashville mit einigen seiner bekanntesten Songs.
***1/2 – Holly Ramos, „Racehorse“ (self-released)
Big City Girl (ex N.Y.C., jetzt L.A.) mit urbanem Folk-Rock.
*** – Matthew Grimm & The Red Smear, „Dawn’s Early Apoclaypse“ (self-released)
Polit-Americana-Punk-Rock vom Haupt-Songschreiber der New Yorker Hangdogs, der nach Iowa City gezogen ist. Ko-produziert von Pete Anderson.
*** – Raul Malo, „You’re Only Lonely“ (Sanctuary)
Der Ex-Frontman der Mavericks auf dem Weg, der neue Roy Orbison zu werden. Er muss aber aufpassen, dass er die Kurve kriegt und nicht als neuer Chris Isaak endet.
*** – Allison Moorer, „Getting Somewhere“ (Sugar Hill)
Steve Earle hat seine ungefähr zehnte Gattin auch musikalisch sehr für sich eingenommen. Klingt wie ein Steve-Earle-Album mit Allison Moorer als Sängerin. Das ist ja nicht schlecht, aber nicht unbedingt das, was man von Frau Moorer, pardon, Frau Earle möchte.
*** – Tony Joe White, „Uncovered“ (Swamp)
Die Legende aus Louisiana gibt sich diesmal etwas zu betulich. Gäste: J.J. Cale, Eric Clapton, Waylon Jennings, Mark Knopfler.
*** – PF Sloan, „Sailover“ (Hightone)
Der Veteran mit alten („Eve of Destruction“) und neuen eigenen Songs. Gäste: Lucinda Williams, Frank Black, Buddy Miller.
*** – Michael Hall, „The Song He Was Listening to When He Died“ (Freedom)
Achtes Album des Singer/Songwriters aus Austin, Texas. Ko-produziert von Scrappy Jud Newcomb.
*** – Randy Weeks, „Sugarfinger“ (self-released)
Der kalifornische Singer/Songwriter findet leider nie ganz zurück zur Hochform, die er mit den Lonesome Stranges in den Achtzigerjahren erreicht hatte.
*** – Tim Easton, „Ammunition“ (New West)
Neo-Folk mit Polit-Einschlag.
*** – Elvis Costello & Allain Toussaint, „The River in Reverse“ (Verve Forecast)
Schade, dass immer nur Elvis Costello singt und nie Allain Toussaint, der nur auf die Tasten hauen darf.
**1/2 – Ray Lamontagne, „Till the Sun Turns Black“ (RCA)
Nach dem Überraschungserfolg des Debuts „Trouble“ ist das Nachfolgealbum nicht sonderlich überraschend.
25.12.06
Im CD-Wechsler (18/2006)
****1/2 – Guy Clark, „Workbench Songs“ (Dualtone)
Welche Freude: Mit 65 legt der legendäre texanische Songwriter Guy Clark noch einmal ein Album der Extraklasse vor – eines seiner allerbesten! Clarks bestes Album ist und bleibt ja sein Debüt „Old No. 1“ (1975). Ein so fulminanter Karrierestart ist natürlich toll, kann aber ein Musikerleben auch schwer machen, muss er sich doch immer an diesem Meisterwerk messen lassen (nur nebenbei: die auch aus Texas stammende Michelle Shocked hat auf ihrem sensationellen Durchbruch-Album „Short Sharp Shocked“ Guy Clark die Referenz erwiesen: Das Album-Backcover ist ein Zitat der Rückseite von Clarks „Old No. 1“; dieselbe Gestaltung, und Shocked posiert mit Produzent Pete Anderson genau gleich wie Guy Clark mit Gattin Susanna auf seinem Album).
Neben neun eigenen Songs (alle zusammen mit Ko-Autoren geschrieben) präsentiert Clark auf dem neuen Album den Traditional „Diamond Joe“ und „No Lonsome Tune“ von Townes Van Zandt, einer anderen Texas-Songwriter-Legende. Neben ruhigen Mann-mit-Klampfe-Songs („Funny Bone“) gibt es Songs mit vollen Country-Drive („Exposé“) und auch mal eine schöne Tex-Mex-Einlage („Cinco de Mayo in Memphis“).
**** – Butch Hancock, „War and Peace“ (Two Roads)
Ein Polit-Album des grossen texanischen Songwriters Butch Hancock, der sonst eher auf Poetisches spezialisiert ist (wie zum Beispiel „(If You Were a) Bluebird“, berühmt gemacht durch Emmylou Harris und andere). Auch in Songs wie „When The Good and The Bad Get Ugly“ (When the good and the bad get ugly … the very first thin that disappears is truth), „The Devil in Us All“ (He smiles like the devil when he’s talking to the press) und „The Gread Election Day“ (Who’s gonna vote their conscience … and who’s gonna count the votes) kommen ihm sein poetisches Talent und sein Wortwitz nicht abhanden. Manch einen dieser Songs, die teils ganz schön swingen, werden wir sicher von anderen Interpreten wieder hören. Sein Album mit 13 neuen Songs hat Butch Hancock praktisch im Alleingang (lead vocals, harmonies, harmonica, accoustic guitrars, electric guitars, bass, drum, djemba, percussion, keyboard, banjo) zu Hause in Terlingua, Texas, eingespielt. Einzig Rob Gjersoe steuert noch etwa E-Gitarre bei – und seine alten Flatlanders-Kumpel Joe Ely und Jimmie Dale Gilmore sind bei zwei Songs für harmony vocals zuständig. Die beiden sind seit je die besten Interpreten der Songs von Butch Hancock, der selbst ein ordentlicher aber kein virtuoser Sänger ist.
**** – Willie Nelson, „Songbird“ (Lost Highway)
Der gutmütige alte Kiffer Willie Nelson schreckt ja bekanntlich von keinen Partnerschaften zurück (mit Schrecken erinnert man sich etwa an die Duette mit Schwulio Iglesias). Als gute Partnerschaft erweist sich die aktuelle mit Ryan Adams. Der Amercana-Star hat das neue Album der Outlaw-Legende nicht nur produziert, sondern begleitet Nelson auch mit seinen Cardinals; aus Willies ständigem Gefolge ist zusätzlich der Mundharmoniker Mickey Raphael dabei. Ryan Adams (accoustig guitar, electric guitars, bass guitar), Jon Graboff (pedal steel), Brad Pemberton (drums), Neal Casal (piano, guitar) und Catherine Popper (bass) geben den elf Songs einen angenehm knackigen Sound. Der Höhepunkt steht gleich am Anfang des Albums: der Fünfeinhalb-Minuten-Blues „Rainy Day Blues“.
*** – Solomon Burke, „Nashville“ (Shout Factory)
An einem Anlass der Americana Music Association AMA hat Bischof Burke den ebenfalls der Bibel zugeneigten Buddy Miller kennengelernt. Und mit ihm als Produzenten hat der nun das Country-Gospel-Album „Nashville“ eingespielt. Schön gemacht, wenn teils auch etwas gar schwülstig. Mit etlichen Gästen, vielen aus Millers Umfeld: Emmylou Harris, Jim Lauderdale, Kevin Welch, Dolly Parton, Gillian Welch, Patty Loveless und Top-Musikern wie Kenny Vaughn, Paul Kennerley, Brady Blade, Al Perkins, Sam Bush usw.
*** – Scott H. Biram, „Graveyard Shift“ (Bloodshot)
Dreckig, laut, schräg: die Dirty Old One Man Band ist zurück.
Produced by Scott Biram
All songs performed by Scott Biram
All songs written by Scott Biram, except „Only Jesus“ written by Mario Matteoli, arranged by Scott Biram
Recorded hat Hiram’s Hell Hole in Austin, TX (…)
Scott H. Biram – lead and harmony vocals, CB radio, loudspeaker, breathing, harmonica, gut all accoustic & electric guitars, Hammond B3 organ, homemade footstomp board, hi-hat, tamborine, claps, hambone, bible thump, special effects, random noises.
The „SHB Gospel Choir“ is Scott H. Biram suckers!! heh
Photos: Scott Biram (…)
Cover Design: Scott Biram
Welche Freude: Mit 65 legt der legendäre texanische Songwriter Guy Clark noch einmal ein Album der Extraklasse vor – eines seiner allerbesten! Clarks bestes Album ist und bleibt ja sein Debüt „Old No. 1“ (1975). Ein so fulminanter Karrierestart ist natürlich toll, kann aber ein Musikerleben auch schwer machen, muss er sich doch immer an diesem Meisterwerk messen lassen (nur nebenbei: die auch aus Texas stammende Michelle Shocked hat auf ihrem sensationellen Durchbruch-Album „Short Sharp Shocked“ Guy Clark die Referenz erwiesen: Das Album-Backcover ist ein Zitat der Rückseite von Clarks „Old No. 1“; dieselbe Gestaltung, und Shocked posiert mit Produzent Pete Anderson genau gleich wie Guy Clark mit Gattin Susanna auf seinem Album).
Neben neun eigenen Songs (alle zusammen mit Ko-Autoren geschrieben) präsentiert Clark auf dem neuen Album den Traditional „Diamond Joe“ und „No Lonsome Tune“ von Townes Van Zandt, einer anderen Texas-Songwriter-Legende. Neben ruhigen Mann-mit-Klampfe-Songs („Funny Bone“) gibt es Songs mit vollen Country-Drive („Exposé“) und auch mal eine schöne Tex-Mex-Einlage („Cinco de Mayo in Memphis“).
**** – Butch Hancock, „War and Peace“ (Two Roads)
Ein Polit-Album des grossen texanischen Songwriters Butch Hancock, der sonst eher auf Poetisches spezialisiert ist (wie zum Beispiel „(If You Were a) Bluebird“, berühmt gemacht durch Emmylou Harris und andere). Auch in Songs wie „When The Good and The Bad Get Ugly“ (When the good and the bad get ugly … the very first thin that disappears is truth), „The Devil in Us All“ (He smiles like the devil when he’s talking to the press) und „The Gread Election Day“ (Who’s gonna vote their conscience … and who’s gonna count the votes) kommen ihm sein poetisches Talent und sein Wortwitz nicht abhanden. Manch einen dieser Songs, die teils ganz schön swingen, werden wir sicher von anderen Interpreten wieder hören. Sein Album mit 13 neuen Songs hat Butch Hancock praktisch im Alleingang (lead vocals, harmonies, harmonica, accoustic guitrars, electric guitars, bass, drum, djemba, percussion, keyboard, banjo) zu Hause in Terlingua, Texas, eingespielt. Einzig Rob Gjersoe steuert noch etwa E-Gitarre bei – und seine alten Flatlanders-Kumpel Joe Ely und Jimmie Dale Gilmore sind bei zwei Songs für harmony vocals zuständig. Die beiden sind seit je die besten Interpreten der Songs von Butch Hancock, der selbst ein ordentlicher aber kein virtuoser Sänger ist.
**** – Willie Nelson, „Songbird“ (Lost Highway)
Der gutmütige alte Kiffer Willie Nelson schreckt ja bekanntlich von keinen Partnerschaften zurück (mit Schrecken erinnert man sich etwa an die Duette mit Schwulio Iglesias). Als gute Partnerschaft erweist sich die aktuelle mit Ryan Adams. Der Amercana-Star hat das neue Album der Outlaw-Legende nicht nur produziert, sondern begleitet Nelson auch mit seinen Cardinals; aus Willies ständigem Gefolge ist zusätzlich der Mundharmoniker Mickey Raphael dabei. Ryan Adams (accoustig guitar, electric guitars, bass guitar), Jon Graboff (pedal steel), Brad Pemberton (drums), Neal Casal (piano, guitar) und Catherine Popper (bass) geben den elf Songs einen angenehm knackigen Sound. Der Höhepunkt steht gleich am Anfang des Albums: der Fünfeinhalb-Minuten-Blues „Rainy Day Blues“.
*** – Solomon Burke, „Nashville“ (Shout Factory)
An einem Anlass der Americana Music Association AMA hat Bischof Burke den ebenfalls der Bibel zugeneigten Buddy Miller kennengelernt. Und mit ihm als Produzenten hat der nun das Country-Gospel-Album „Nashville“ eingespielt. Schön gemacht, wenn teils auch etwas gar schwülstig. Mit etlichen Gästen, vielen aus Millers Umfeld: Emmylou Harris, Jim Lauderdale, Kevin Welch, Dolly Parton, Gillian Welch, Patty Loveless und Top-Musikern wie Kenny Vaughn, Paul Kennerley, Brady Blade, Al Perkins, Sam Bush usw.
*** – Scott H. Biram, „Graveyard Shift“ (Bloodshot)
Dreckig, laut, schräg: die Dirty Old One Man Band ist zurück.
Produced by Scott Biram
All songs performed by Scott Biram
All songs written by Scott Biram, except „Only Jesus“ written by Mario Matteoli, arranged by Scott Biram
Recorded hat Hiram’s Hell Hole in Austin, TX (…)
Scott H. Biram – lead and harmony vocals, CB radio, loudspeaker, breathing, harmonica, gut all accoustic & electric guitars, Hammond B3 organ, homemade footstomp board, hi-hat, tamborine, claps, hambone, bible thump, special effects, random noises.
The „SHB Gospel Choir“ is Scott H. Biram suckers!! heh
Photos: Scott Biram (…)
Cover Design: Scott Biram
7.12.06
Im CD-Wechsler (17/2006)
***** – Los Lobos, „Chuy’s Tape Box, Volume 1“ (Live January 14, 1984 at La Casa De La Raza, Santa Barbara CA) (self-released)
„Eine der besten Bands überhaupt“, habe ich neulich hier über Los Lobos geschrieben. Hier ist eine Bestätigung mehr dafür. Und die zeigt auch, dass sie das schon immer war. Diese Live-Aufnahme, nur erhältlich im Store
der Website der Lobos, wurde im Januar 1984 aufgenommen. Erst Ende 1984 erschien das Album „How Will the Wolf Survive“ (auf meiner Liste für die einsame Insel), das Los Lobos international bekannt machte. Bei diesem phantastischen Konzert war Steve Berlin, der einzige Nicht-Chicano der Band, noch „from The Blasters“ und als Gastmusiker dabei. Schon damals hatte die Band alles drauf, was es braucht. Auch das Repertoire. Hier die Trackliste:
Let's Say Goodnight (Hidalgo/Pérez)
Our Last Night (Hidalgo/Pérez)
Ay Te Dejo en San Antonio (Don Santiago Jimenez)
I Got To Let You Know (Cesar Rosas)
That's My Little Suzie (Ritchie Valens)
Buzz Buzz Buzz (Bird/Dolphin)
My Baby's Gone (Cesar Rosas)
Walking Song (Hidalgo/Pérez)
Volver, Volver (Fernando Z. Maldonado)
How Much Can I Do? (Hidalgo/Pérez)
Anselma (Cesar Suedan/Guadalupe Trigo)
The Breakdown (Hidalgo/Pérez)
Soul Twist (Instrumental) (King Curtis)
I'm Sorry (McDaniel/Fuqua/Freed)
Come On, Let's Go (Ritchie Valens)
Corrido #1 (Cesar Rosas)
I'm Gonna Be A Wheel Someday (Bartholomew/Hayes/Domino)
300 Pounds of Heavenly Joy (Howlin' Wolf)
La Bamba (Ritchie Valens)
We're Gonna Rock (Cesar Rosas)
Why Do You Do? (Cesar Rosas)
Encores:
Sleepwalk (Instrumental) (Farina)
Los Ojos De Pancha (Juan Romero)
I'm Tore Down (Sonny Thompson)
Un Mojado Sin Licencia (Flaco Jimenez)
Der Bezeichnung „Volume 1“ lässt darauf hoffen, dass noch weitere Schätze aus Chuy’s Tape Box den Weg auf CDs finden.
„Volume 1“ ist jedenfalls schon mal ein Live-Album der Extraklasse! Was soll man da noch sagen? Bestellen! ¡Vamos!
**** – Greg Brown, „The Evening Call“ (Red House)
Greg Brown aus Iowa steht auf der Liste meiner Lieblings-Singer/Songwriter. Es war 1992, als mir das Album „Dream Cafe“, das von einem europäischen Ableger eines der grossen Musikkonzerne übernommen worden war, auf das Pult schneite (ich war damals Kulturredaktor). Und ich war hin und weg. Diese dunkle Stimme, die fast mehr spricht als singt, der sparsame und dennoch komplexe Sound – und die Songs, die hängen blieben. Wer zum Teufel ist dieser Greg Brown, fragte ich mich. Ich konnte nicht glauben, dass dieses reife Werk das erste Album Browns sein könnte. Und siehe da: Nach kurzer Recherche zeigte sich, dass dies bereits sein achtes Album war, alle erschienen auf dem in der Schweiz (damals jedenfalls) nicht erhältlichen Label Red House. Nun, ich bestellte sofort alle älteren Platten in den USA. Und blieb ihm treu. Über 20 Alben sind es bisher (darunter auch ein paar Kinderplatten), und das neueste ist wieder mal ein Meilenstein. Ein betörender Mix aus Folk, Country, Blues, wie meistens sparsam aber schlicht bestechend begleitet – einmal mehr vor allem von Gitarrist (und Koproduzent) Bo Ramsey, der zu den besten Slidegitarristen zählt.
(Inzwischen ist auch Greg Browns Tochter Pieta Brown eine ganz starke Musikerin; und in zweiter Ehe ist er mittlerweile mit der wunderbaren Iris DeMent verheiratet, die leider nach ihren Anfangserfolgen unter so etwas wie einem musikalischen Schreibstau leidet.)
**** – Big Sandy and his Fly-Rite Boys, „Turntable Matinee“ (Yep Roc)
Seit über 15 Jahren und mehr als einem Dutzend Alben spielt Big Sandy (eigentlich Robert Williams) einen bestechenden und immer noch besser werdenden Mix aus Western Swing, Rockabilly und traditionellem Country. Neu sind auf dem ganz starken Album „Turntable Matinee“ alle 13 Songs, zehn von Big Sandy geschrieben, drei vom Bassisten Jeff Weiss. Und unwiderstehlich ist der Rhythmus. Den Startsong „The Power of the 45“ gibts natürlich auch als Vinyl-Single:
Drop the needle in the groove
And start to move
Feel that rhythm in your soul
Taking control
Get on your feet, come alive
That's the power of the 45
Freunde und Bekannte – und einen Stapel 45er brauchts laut dem Song für eine gute Party. Und vom wem die Musik sein soll, zählt Big Sandy darin auch gleich auf. Zum Beispiel von Little Junior Parker, Ronnie Dawson, Jimmie Lawson, Chuck Berry, Link Wray, Johnny „Guitar“ Watson, Etta James und Rudy „Tutti“ Grayzell. Ich würde beifügen: Etwas von Big Sandy würde auch prima passen.
***1/2 – Amber Digby, „Here Come the Teardrops“ (Heart of Texas)
Amber Digbys Debut “Music from the Honky Tonks war meine
Lieblingsplatte des Jahres 2005. Das Nachfolgealbum zeigt sie erneut als wunderbare Interpretin von Countrysongs klassischen Zuschnitts. Der Sound ist gleich geblieben, die Musiker sind auch dieselben. Schön. Aber bisschen zu sehr wie gehabt.
„Eine der besten Bands überhaupt“, habe ich neulich hier über Los Lobos geschrieben. Hier ist eine Bestätigung mehr dafür. Und die zeigt auch, dass sie das schon immer war. Diese Live-Aufnahme, nur erhältlich im Store
der Website der Lobos, wurde im Januar 1984 aufgenommen. Erst Ende 1984 erschien das Album „How Will the Wolf Survive“ (auf meiner Liste für die einsame Insel), das Los Lobos international bekannt machte. Bei diesem phantastischen Konzert war Steve Berlin, der einzige Nicht-Chicano der Band, noch „from The Blasters“ und als Gastmusiker dabei. Schon damals hatte die Band alles drauf, was es braucht. Auch das Repertoire. Hier die Trackliste:
Let's Say Goodnight (Hidalgo/Pérez)
Our Last Night (Hidalgo/Pérez)
Ay Te Dejo en San Antonio (Don Santiago Jimenez)
I Got To Let You Know (Cesar Rosas)
That's My Little Suzie (Ritchie Valens)
Buzz Buzz Buzz (Bird/Dolphin)
My Baby's Gone (Cesar Rosas)
Walking Song (Hidalgo/Pérez)
Volver, Volver (Fernando Z. Maldonado)
How Much Can I Do? (Hidalgo/Pérez)
Anselma (Cesar Suedan/Guadalupe Trigo)
The Breakdown (Hidalgo/Pérez)
Soul Twist (Instrumental) (King Curtis)
I'm Sorry (McDaniel/Fuqua/Freed)
Come On, Let's Go (Ritchie Valens)
Corrido #1 (Cesar Rosas)
I'm Gonna Be A Wheel Someday (Bartholomew/Hayes/Domino)
300 Pounds of Heavenly Joy (Howlin' Wolf)
La Bamba (Ritchie Valens)
We're Gonna Rock (Cesar Rosas)
Why Do You Do? (Cesar Rosas)
Encores:
Sleepwalk (Instrumental) (Farina)
Los Ojos De Pancha (Juan Romero)
I'm Tore Down (Sonny Thompson)
Un Mojado Sin Licencia (Flaco Jimenez)
Der Bezeichnung „Volume 1“ lässt darauf hoffen, dass noch weitere Schätze aus Chuy’s Tape Box den Weg auf CDs finden.
„Volume 1“ ist jedenfalls schon mal ein Live-Album der Extraklasse! Was soll man da noch sagen? Bestellen! ¡Vamos!
**** – Greg Brown, „The Evening Call“ (Red House)
Greg Brown aus Iowa steht auf der Liste meiner Lieblings-Singer/Songwriter. Es war 1992, als mir das Album „Dream Cafe“, das von einem europäischen Ableger eines der grossen Musikkonzerne übernommen worden war, auf das Pult schneite (ich war damals Kulturredaktor). Und ich war hin und weg. Diese dunkle Stimme, die fast mehr spricht als singt, der sparsame und dennoch komplexe Sound – und die Songs, die hängen blieben. Wer zum Teufel ist dieser Greg Brown, fragte ich mich. Ich konnte nicht glauben, dass dieses reife Werk das erste Album Browns sein könnte. Und siehe da: Nach kurzer Recherche zeigte sich, dass dies bereits sein achtes Album war, alle erschienen auf dem in der Schweiz (damals jedenfalls) nicht erhältlichen Label Red House. Nun, ich bestellte sofort alle älteren Platten in den USA. Und blieb ihm treu. Über 20 Alben sind es bisher (darunter auch ein paar Kinderplatten), und das neueste ist wieder mal ein Meilenstein. Ein betörender Mix aus Folk, Country, Blues, wie meistens sparsam aber schlicht bestechend begleitet – einmal mehr vor allem von Gitarrist (und Koproduzent) Bo Ramsey, der zu den besten Slidegitarristen zählt.
(Inzwischen ist auch Greg Browns Tochter Pieta Brown eine ganz starke Musikerin; und in zweiter Ehe ist er mittlerweile mit der wunderbaren Iris DeMent verheiratet, die leider nach ihren Anfangserfolgen unter so etwas wie einem musikalischen Schreibstau leidet.)
**** – Big Sandy and his Fly-Rite Boys, „Turntable Matinee“ (Yep Roc)
Seit über 15 Jahren und mehr als einem Dutzend Alben spielt Big Sandy (eigentlich Robert Williams) einen bestechenden und immer noch besser werdenden Mix aus Western Swing, Rockabilly und traditionellem Country. Neu sind auf dem ganz starken Album „Turntable Matinee“ alle 13 Songs, zehn von Big Sandy geschrieben, drei vom Bassisten Jeff Weiss. Und unwiderstehlich ist der Rhythmus. Den Startsong „The Power of the 45“ gibts natürlich auch als Vinyl-Single:
Drop the needle in the groove
And start to move
Feel that rhythm in your soul
Taking control
Get on your feet, come alive
That's the power of the 45
Freunde und Bekannte – und einen Stapel 45er brauchts laut dem Song für eine gute Party. Und vom wem die Musik sein soll, zählt Big Sandy darin auch gleich auf. Zum Beispiel von Little Junior Parker, Ronnie Dawson, Jimmie Lawson, Chuck Berry, Link Wray, Johnny „Guitar“ Watson, Etta James und Rudy „Tutti“ Grayzell. Ich würde beifügen: Etwas von Big Sandy würde auch prima passen.
***1/2 – Amber Digby, „Here Come the Teardrops“ (Heart of Texas)
Amber Digbys Debut “Music from the Honky Tonks war meine
Lieblingsplatte des Jahres 2005. Das Nachfolgealbum zeigt sie erneut als wunderbare Interpretin von Countrysongs klassischen Zuschnitts. Der Sound ist gleich geblieben, die Musiker sind auch dieselben. Schön. Aber bisschen zu sehr wie gehabt.
11.11.06
Im CD-Wechsler (16/2006)
Heute – für meine Verhältnisse – mal etwas Mainstream.
**** – Los Lobos, „The Town and the City“ (Hollywood)
Vom dampfendem Rock ’n’ Roll bis zur filigranen Cumbia klingt alles sackstark – und immer unverkennbar nach den Lobos. Eine der beständigsten Bands (im Booklet heisst es denn auch: Los Lobos still are: David Hidalgo, Conrad Lozano, Louie Perez, Cesar Rosas, and Steve Berlin). Und, hey, eine der besten Bands überhaupt!
**** – Bob Dylan, „Modern Times“ (Columbia)
Der Zimmerman hat wieder mal zehn Songs geschrieben und diese gleich mit seiner aktuellen Tourband eingespielt. Ziemlich altmodisch klingt das mit den Anleihen aus der Vor-Rock-Zeit, etwa beim Swing. Aber sehr schön, sehr relaxed, sehr cool.
*** – Los Lonely Boys, „Sacred“ (Epic)
Die Brüder Garza – Henry, Jojo und Ringo – aus San Antonio, Texas, sind die Shooting-stars des Latino-Rocks (auch wenn sie englisch singen). Ihr Erstling anno 2003 machte viel Freude; ihr zweites Album klingt mir ein bisschen zu sehr nach Santana und nicht mehr so frisch.
**** – Los Lobos, „The Town and the City“ (Hollywood)
Vom dampfendem Rock ’n’ Roll bis zur filigranen Cumbia klingt alles sackstark – und immer unverkennbar nach den Lobos. Eine der beständigsten Bands (im Booklet heisst es denn auch: Los Lobos still are: David Hidalgo, Conrad Lozano, Louie Perez, Cesar Rosas, and Steve Berlin). Und, hey, eine der besten Bands überhaupt!
**** – Bob Dylan, „Modern Times“ (Columbia)
Der Zimmerman hat wieder mal zehn Songs geschrieben und diese gleich mit seiner aktuellen Tourband eingespielt. Ziemlich altmodisch klingt das mit den Anleihen aus der Vor-Rock-Zeit, etwa beim Swing. Aber sehr schön, sehr relaxed, sehr cool.
*** – Los Lonely Boys, „Sacred“ (Epic)
Die Brüder Garza – Henry, Jojo und Ringo – aus San Antonio, Texas, sind die Shooting-stars des Latino-Rocks (auch wenn sie englisch singen). Ihr Erstling anno 2003 machte viel Freude; ihr zweites Album klingt mir ein bisschen zu sehr nach Santana und nicht mehr so frisch.
28.10.06
Im CD-Wechsler (15/2006)
***** – J.B. Beverley & The Wayward Drifters, „Dark Bar and a Jukebox“ (Helltrain)
Was für eine Honkytonk-Combo! Da perlen die Klänge von Mandoline und Banjo, federnd wird der Bass gezupft, Steel Guitar und Fiddle sind in Hochform, die Akustikgitarre sowieso, und zwischendurch wird auch noch gejodelt. Und dann der Gesang: die dreckige Stimme von J.B. Beverley kontrastiert die teils lieblichen Klänge wunderbar. Und was für Songs er schreibt! Eine wahre Freude. Der Titelsong „Dark Bar and a Jukebox“ ist programmatisch:
They forgot ole’ Hanks’s sorrow
They’ve lost the „Man In Black“
They won’t give George Jones the chance to get his darlin’ back
Now I don’t me no Opry
I don’t need Music Row
Just six strings and some heartache and I’ll be good to go
Give me a dark bar and a jukebox over that radio
Toby just don’t cut it
Give me Haggard, give me Coe
I’m tired of watching Nashville and it’s washed up fashion show
Because you won’t find no „country“ on „country radio“
They won’t play no Dale Watson
They won’t play Wayne „The Train“
They’ll never play ole’ Hank III
And they don’t know my name
But I’m tired of „Runaway Cowboys“ and polished pop songs
What happened to our roots, man?
Where did we go wrong?
Polierte Popsongs riskiert man bei J.B. Beverley nicht; da ist man auf dem Highway unterwegs, man trinkt Bourbon, man versucht seinen Blues zu vertreiben, und man ist einsam und muss viel Wein trinken.
Und wenn man sich schon richtig verliebt hat in dieses Album – garantiert unter meinen Top Ten 2006! – kommt noch der Song „Raining in Philly“ um eine verlorene Liebe. Ein Ohrwurm erster Güte! Der gleichzeitig treibende wie etwas träge Rhythmus fährt einem physisch ein. Unterwegs auf den helvetischen Highways drehe ich die Lautstärke immer bis an den oberen Anschlag, wenn dieser Song kommt, damit der pulsierende Akustikbass die Bauchdecke vibrieren lässt.
**** – The Weary Boys, „Jumpin’ Jolie“ (self-released)
Noch so eine wunderbare Honkytonk-Band. Irgendwie erinnert mich dieses Album immer wieder an Canned Heat. Ja, die Boogie-Blues-Band aus den Sixties. Dabei klingt das neue Album der Weary Boys mehr nach Bluegrass denn nach Boogie. Wahrscheinlich ist es dieser unwiderstehliche Rhythmus: etwas monoton vielleicht, aber er nimmt einen einfach mit.
Es ist das fünfte Album der Weary Boys. Die meisten Songs schreibt Sänger und Gitarrist Mario Matteoli. Zusammen mit seinen Freunden Darren Hoff (Gesang, Gitarre) und Brian Salvi (Gesang, Fiddle) ist er anno 2000 von Nordkalifornien nach Austin, Texas gezogen, wo Bassist Darren Sluyter und Drummer Cary Ozanien zur Band stiessen. Ihr Country-Sound ist von Bluegrass ebenso infiziert wie von Rock ’n’ Roll.
***1/2 – The Jo’s House Band, „Sinner’s Brunch“ (self-released)
Wieso haben eigentlich Kneipen bei uns keine Hausband? Nun, ist zwar vielleicht besser – wer weiss, ob wir das, was dann da geboten würde, wirklich hören möchten.
Jo’s, ein Coffee Shop an der South Congress Avenue in Austin, Texas, hatte die letzten fünf Jahre ihre House Band. Jeweils am Sonntag Mittag spielte sie auf zum „Sinner’s Brunch“. Da Sängerin Tina Rose(nzweig) nach Nordkalifornien zieht (leider nicht für eine Gesangskarriere, sondern um im Tierschutz zu arbeiten), fand am 22. Oktober der letzte „Sinner’s Brunch“ statt. Ein Verlust für Jo’s, ein Verlust für Austin. Das zeigt dieses Album, das der Countrymusiker und Singer/Songwriter Dale Watson, ein Jo’s-Stammgast, produziert hat. Neben der umwerfenden Sängerin Tina Rose, die mit starker Stimme und leiser Melancholie die meisten Songs – Klassiker von Merle Haggard und Hank Williams wie auch eigene Lieder – singt, spielten in der Band einige versierte Musiker aus der Szene von Austin, darunter die Gitarristen Andrew Nafziger und Seth Walker, mit. Alles akustisch, Country mit Folk- und Swing-Einsprengseln, wunderbar laid-back, so richtig für einen angenehmen Sonntagnachmittag, an dem man es auch noch nicht zu laut mag. Das Album ist selbstverständlich live bei Jo’s aufgenommen, und da brummt auch mal ein schweres Motorrad im Hintergrund oder es bellt ein Hund.
Was für eine Honkytonk-Combo! Da perlen die Klänge von Mandoline und Banjo, federnd wird der Bass gezupft, Steel Guitar und Fiddle sind in Hochform, die Akustikgitarre sowieso, und zwischendurch wird auch noch gejodelt. Und dann der Gesang: die dreckige Stimme von J.B. Beverley kontrastiert die teils lieblichen Klänge wunderbar. Und was für Songs er schreibt! Eine wahre Freude. Der Titelsong „Dark Bar and a Jukebox“ ist programmatisch:
They forgot ole’ Hanks’s sorrow
They’ve lost the „Man In Black“
They won’t give George Jones the chance to get his darlin’ back
Now I don’t me no Opry
I don’t need Music Row
Just six strings and some heartache and I’ll be good to go
Give me a dark bar and a jukebox over that radio
Toby just don’t cut it
Give me Haggard, give me Coe
I’m tired of watching Nashville and it’s washed up fashion show
Because you won’t find no „country“ on „country radio“
They won’t play no Dale Watson
They won’t play Wayne „The Train“
They’ll never play ole’ Hank III
And they don’t know my name
But I’m tired of „Runaway Cowboys“ and polished pop songs
What happened to our roots, man?
Where did we go wrong?
Polierte Popsongs riskiert man bei J.B. Beverley nicht; da ist man auf dem Highway unterwegs, man trinkt Bourbon, man versucht seinen Blues zu vertreiben, und man ist einsam und muss viel Wein trinken.
Und wenn man sich schon richtig verliebt hat in dieses Album – garantiert unter meinen Top Ten 2006! – kommt noch der Song „Raining in Philly“ um eine verlorene Liebe. Ein Ohrwurm erster Güte! Der gleichzeitig treibende wie etwas träge Rhythmus fährt einem physisch ein. Unterwegs auf den helvetischen Highways drehe ich die Lautstärke immer bis an den oberen Anschlag, wenn dieser Song kommt, damit der pulsierende Akustikbass die Bauchdecke vibrieren lässt.
**** – The Weary Boys, „Jumpin’ Jolie“ (self-released)
Noch so eine wunderbare Honkytonk-Band. Irgendwie erinnert mich dieses Album immer wieder an Canned Heat. Ja, die Boogie-Blues-Band aus den Sixties. Dabei klingt das neue Album der Weary Boys mehr nach Bluegrass denn nach Boogie. Wahrscheinlich ist es dieser unwiderstehliche Rhythmus: etwas monoton vielleicht, aber er nimmt einen einfach mit.
Es ist das fünfte Album der Weary Boys. Die meisten Songs schreibt Sänger und Gitarrist Mario Matteoli. Zusammen mit seinen Freunden Darren Hoff (Gesang, Gitarre) und Brian Salvi (Gesang, Fiddle) ist er anno 2000 von Nordkalifornien nach Austin, Texas gezogen, wo Bassist Darren Sluyter und Drummer Cary Ozanien zur Band stiessen. Ihr Country-Sound ist von Bluegrass ebenso infiziert wie von Rock ’n’ Roll.
***1/2 – The Jo’s House Band, „Sinner’s Brunch“ (self-released)
Wieso haben eigentlich Kneipen bei uns keine Hausband? Nun, ist zwar vielleicht besser – wer weiss, ob wir das, was dann da geboten würde, wirklich hören möchten.
Jo’s, ein Coffee Shop an der South Congress Avenue in Austin, Texas, hatte die letzten fünf Jahre ihre House Band. Jeweils am Sonntag Mittag spielte sie auf zum „Sinner’s Brunch“. Da Sängerin Tina Rose(nzweig) nach Nordkalifornien zieht (leider nicht für eine Gesangskarriere, sondern um im Tierschutz zu arbeiten), fand am 22. Oktober der letzte „Sinner’s Brunch“ statt. Ein Verlust für Jo’s, ein Verlust für Austin. Das zeigt dieses Album, das der Countrymusiker und Singer/Songwriter Dale Watson, ein Jo’s-Stammgast, produziert hat. Neben der umwerfenden Sängerin Tina Rose, die mit starker Stimme und leiser Melancholie die meisten Songs – Klassiker von Merle Haggard und Hank Williams wie auch eigene Lieder – singt, spielten in der Band einige versierte Musiker aus der Szene von Austin, darunter die Gitarristen Andrew Nafziger und Seth Walker, mit. Alles akustisch, Country mit Folk- und Swing-Einsprengseln, wunderbar laid-back, so richtig für einen angenehmen Sonntagnachmittag, an dem man es auch noch nicht zu laut mag. Das Album ist selbstverständlich live bei Jo’s aufgenommen, und da brummt auch mal ein schweres Motorrad im Hintergrund oder es bellt ein Hund.
27.10.06
Doug Sahm alert
****** – Doug Sahm & Band [1972] (Collectors Choice)
****** – Sir Douglas Band, „Texas Tornado“ [1973] (Collectors Choice)
Neuveröffentlichung von zwei der allerbesten Alben von Doug Sahm aka Sir Douglas (1941–1999).
Zur Band auf der 1972er LP gehören u.a. Bob Dylan, Dr. John, Flaco Jimenez, David „Fathead“ Newman. Produziert hat Jerry Wexler für das Label Atlantic. Das Album floppte. Wahrscheinlich war es seiner Zeit weit voraus, denn es bringt auf höchstem Niveau all das zusammen, was heute unter dem Begriff „Americana“ zusammengefasst wird: Roots Rock, Blues, Country, Rhythm & Blues, Soul, Folk, Rock ’n’ Roll mit umwerfendem Groove und Feeling.
Ein Album, dass für mich in die gleiche Kategorie gehört wie etwa Ry Cooders „Chicken Skin Music“ – also zum besten, was es in der sog. populären Musik überhaupt gibt.
Doug Sahms zweites Album für Atlantic, „Texas Tornado“ unter dem Namen Sir Douglas Band, enthält weitere Aufnahmen der Session für „Doug Sahm & Band“ in New York sowie weiteres Material. Fast so stark wie das Vorgängeralbum, aber damals ein noch grösserer Flop.
Wenn ich oben sagte, „zwei der allerbesten Alben von Doug Sahm“, mag man sich fragen, wie viele beste Alben von ihm es denn wohl noch gibt und welche das sind. Meine Wahl der allerbesten LPs von Doug Sahm alias Sir Douglas – neben den beiden oben erwähnten:
- Sir Douglas Quintet, „The Return of Doug Saldaña“ (1971)
- Doug Sahm and the TexMex Trip, „Groover's Paradise“ (1974)
- Sir Doug & The Texas Tornados, „Texas Rock for Country Rollers“ (1976)
- The Texas Mavericks, „Who Are These Masked Men?“ (1987)
- The Amos Garrett - Doug Sahm - Gene Taylor Band, „The Return of the Formerly Brothers“ (1988)
- Los Texas Tornados (1990; spanische Version)
- Texas Tornados, „Hangin’ on by a Thread“ (1992)
****** – Sir Douglas Band, „Texas Tornado“ [1973] (Collectors Choice)
Neuveröffentlichung von zwei der allerbesten Alben von Doug Sahm aka Sir Douglas (1941–1999).
Zur Band auf der 1972er LP gehören u.a. Bob Dylan, Dr. John, Flaco Jimenez, David „Fathead“ Newman. Produziert hat Jerry Wexler für das Label Atlantic. Das Album floppte. Wahrscheinlich war es seiner Zeit weit voraus, denn es bringt auf höchstem Niveau all das zusammen, was heute unter dem Begriff „Americana“ zusammengefasst wird: Roots Rock, Blues, Country, Rhythm & Blues, Soul, Folk, Rock ’n’ Roll mit umwerfendem Groove und Feeling.
Ein Album, dass für mich in die gleiche Kategorie gehört wie etwa Ry Cooders „Chicken Skin Music“ – also zum besten, was es in der sog. populären Musik überhaupt gibt.
Doug Sahms zweites Album für Atlantic, „Texas Tornado“ unter dem Namen Sir Douglas Band, enthält weitere Aufnahmen der Session für „Doug Sahm & Band“ in New York sowie weiteres Material. Fast so stark wie das Vorgängeralbum, aber damals ein noch grösserer Flop.
Wenn ich oben sagte, „zwei der allerbesten Alben von Doug Sahm“, mag man sich fragen, wie viele beste Alben von ihm es denn wohl noch gibt und welche das sind. Meine Wahl der allerbesten LPs von Doug Sahm alias Sir Douglas – neben den beiden oben erwähnten:
- Sir Douglas Quintet, „The Return of Doug Saldaña“ (1971)
- Doug Sahm and the TexMex Trip, „Groover's Paradise“ (1974)
- Sir Doug & The Texas Tornados, „Texas Rock for Country Rollers“ (1976)
- The Texas Mavericks, „Who Are These Masked Men?“ (1987)
- The Amos Garrett - Doug Sahm - Gene Taylor Band, „The Return of the Formerly Brothers“ (1988)
- Los Texas Tornados (1990; spanische Version)
- Texas Tornados, „Hangin’ on by a Thread“ (1992)
23.10.06
Im CD-Wechsler (14/2006)
**** – The Stone Coyotes, „Dreams of Glory“ (Red Cat)
Laut Miles of Music ist dies das siebte Studioalbum dieser „Familienband“ – ich habe bisher noch nie von ihr gehört. Aber was ich hier höre, macht richtig Spass: Eine scharfe Gitarre, eine starke Frauenstimme, pulsierende Rhythmen. Das klingt mal punkig, erinnert mal ein wenig an Patti Smith, mal ein bisschen an Lucinda Williams, klingt aber fast immer ziemlich rau und dreckig.
The Stone Coyotes sind die Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin Barbara Keith, ihr Mann Doug Tibbles am Schlagzeug und Sohn John Tibbles am Bass. Barbara Keith war in den Sixties (!) in der New Yorker Folkszene im Greenwich Village und hatte 1971 ein Album auf Reprise. Die Frau müsste also gegen 60 sein. Hut ab.
**** – Will Kimbrough, „Americanitis“ (Daphne)
I lie.
Why?
Because I can.
It's the pleasure and the privilege
Of the richest people in the land.
Don't you understand?
So beginnt das aktuelle Album des sonst vor allem als Gitarristen (etwa für Todd Snider oder Rodney Crowell) bekannten Singer/Songwriters Will Kimbrough.
I don't give a damn for you
I don't give a damn for you
That's the truth
I lie because I can.
Das ist der erste Song, „I Lie“. Im zweiten, „Life“, heisst es etwa:
They all want to see who's got the biggest gun
All these cowboys want to have their fun ...
Well, we think that we're so clever
Flying without feathers
But we can't control the weather
Better send in the Marines.
17 eigene neue Songs stellt Kimbrough auf „Americanitis“ vor, starke Songs, die sich mit der Welt, wie sie ist, auseinandersetzen.
Ich bin ja wirklich keiner, der von jedem Song „gesellschaftliche Relevanz“ (die der helvetische Popstar Polo Hofer neulich in einem Interview bei den jungen Schweizer Mundartrockern vermisste – ausgerechnet Polo, der mit gesellschaftlich so relevanten Titeln wie „Du machsch mi giggerig“ Furore machte) verlangt, auch ein Song über den Pegelstand im Whiskyglas oder über die Sehnsucht nach dem schönen Mädchen aus der verruchten Bar oder über beides zusammen kann ein guter Song sein. Aber wenn schon ein „Polit-Album“, dann ein solches. Musikalisch reicht Kimbroughs vielseitiges Spektrum von Old-time-Country bis zu rauem Rock, von Reminiszenzen an den Britpop der frühen Kinks bis zu erdigem Folk.
*** – The Zozo Sisters – Linda Ronstadt & Ann Savoy, „Adieu False Heart“ (Vanguard)
Zwei tolle Stimmen, ein spannendes Akustikprojekt mit alten und neuen Songs, die näher oder ferner mit der Cajun-Kultus Louisianas zu tun haben. Ältere Songs neben solchen von Richard Thompson, Julie Miller und Kevin Welch, ein paar Lieder auch auf Französisch.
Das klingt alles wirklich sehr schön, lupenrein. Fast zu rein. Das ganze wird leider nie touching, wie man es sich von Ann Savoy mit den Magnolia Sisters gewöhnt ist, oder wie die wunderbaren (spanischen) „Canciones de mi Padre“ (1987) von Linda Ronstadt waren.
Laut Miles of Music ist dies das siebte Studioalbum dieser „Familienband“ – ich habe bisher noch nie von ihr gehört. Aber was ich hier höre, macht richtig Spass: Eine scharfe Gitarre, eine starke Frauenstimme, pulsierende Rhythmen. Das klingt mal punkig, erinnert mal ein wenig an Patti Smith, mal ein bisschen an Lucinda Williams, klingt aber fast immer ziemlich rau und dreckig.
The Stone Coyotes sind die Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin Barbara Keith, ihr Mann Doug Tibbles am Schlagzeug und Sohn John Tibbles am Bass. Barbara Keith war in den Sixties (!) in der New Yorker Folkszene im Greenwich Village und hatte 1971 ein Album auf Reprise. Die Frau müsste also gegen 60 sein. Hut ab.
**** – Will Kimbrough, „Americanitis“ (Daphne)
I lie.
Why?
Because I can.
It's the pleasure and the privilege
Of the richest people in the land.
Don't you understand?
So beginnt das aktuelle Album des sonst vor allem als Gitarristen (etwa für Todd Snider oder Rodney Crowell) bekannten Singer/Songwriters Will Kimbrough.
I don't give a damn for you
I don't give a damn for you
That's the truth
I lie because I can.
Das ist der erste Song, „I Lie“. Im zweiten, „Life“, heisst es etwa:
They all want to see who's got the biggest gun
All these cowboys want to have their fun ...
Well, we think that we're so clever
Flying without feathers
But we can't control the weather
Better send in the Marines.
17 eigene neue Songs stellt Kimbrough auf „Americanitis“ vor, starke Songs, die sich mit der Welt, wie sie ist, auseinandersetzen.
Ich bin ja wirklich keiner, der von jedem Song „gesellschaftliche Relevanz“ (die der helvetische Popstar Polo Hofer neulich in einem Interview bei den jungen Schweizer Mundartrockern vermisste – ausgerechnet Polo, der mit gesellschaftlich so relevanten Titeln wie „Du machsch mi giggerig“ Furore machte) verlangt, auch ein Song über den Pegelstand im Whiskyglas oder über die Sehnsucht nach dem schönen Mädchen aus der verruchten Bar oder über beides zusammen kann ein guter Song sein. Aber wenn schon ein „Polit-Album“, dann ein solches. Musikalisch reicht Kimbroughs vielseitiges Spektrum von Old-time-Country bis zu rauem Rock, von Reminiszenzen an den Britpop der frühen Kinks bis zu erdigem Folk.
*** – The Zozo Sisters – Linda Ronstadt & Ann Savoy, „Adieu False Heart“ (Vanguard)
Zwei tolle Stimmen, ein spannendes Akustikprojekt mit alten und neuen Songs, die näher oder ferner mit der Cajun-Kultus Louisianas zu tun haben. Ältere Songs neben solchen von Richard Thompson, Julie Miller und Kevin Welch, ein paar Lieder auch auf Französisch.
Das klingt alles wirklich sehr schön, lupenrein. Fast zu rein. Das ganze wird leider nie touching, wie man es sich von Ann Savoy mit den Magnolia Sisters gewöhnt ist, oder wie die wunderbaren (spanischen) „Canciones de mi Padre“ (1987) von Linda Ronstadt waren.
21.9.06
Im CD-Wechsler (13/2006)
****1/2 – James Luther Dickinson, „Jungle Jim And The Voodoo Tiger“ (Memphis International)
Als Produzent und Keyboarder hat Jim Dickinson in den vergangenen Jahrzehnten bei unzähligen Alben gekonnt Hand angelegt – und zwar bei den allerbesten, wie etwa bei Ry Cooder, Bob Dylan, Aretha Franklin, The Cramps, Johnny Cash, John Hiatt.
Meister Cooder steuert denn auch Liner Notes bei zum neuen Album des Veteranen, der im November 65 wird:
It is 2006, light years away from the time of Gus Cannon, DeFord Bailey, and Emmett Miller. The culture of the country has been hijacked by life-style hotshot pimps who join with consumer fascists in selling you back to yourself. Who can you trust? Nobody, in the immortal words of Bert Williams. Who will sing for you, the question posed by Carter Stanley, gone to his reward, unable to answer.
But there is someone, a knowing man, even a man of American family values, who raised his two boys in the sacred code of right and wrong, American-style: Jim Dickinson, son of a Delta match salesman, a code-talker, a personal friend of mine.
Take a seat, listen in, find your place.
Nach seinem Solo-Debüt „Dixie Fried“ (1971) und „Free Beer Tomorrow“ (2002) ist das erst das dritte Soloalbum von Dickinson. Unterstützt von Musikern wie seinen Söhnen Luther und Cody, erfolgreich mit ihrer Band North Mississippi Allstars, und Alvin Youngblood Hart zelebriert er hier eine Art Hommage an die Musik des tiefen US-Südens. Mit viel Blues und Swamp-Groove und Soul präsentiert er alte und neuere Songs wie „Red Neck, Blue Collar“ (von Bob Frank), Terry Fells „Truck Drivin’ Man“, Collin Wade Monks „Violin Burns“, Johnny Taylors 1969er Hit „Love Bone“ und Eddy Hintons „Can’t Beat The Kid (Part 2)“. Saftig und rund.
**** – Hacienda Brothers, „What’s Wrong With Right“ (Proper)
Zum zweiten Mal bringen Chris Gaffney und Dave Gonzalez als Hacienda Brothers stimmungsvoll ihren Western Soul auf Platte. Wiederum hat Soul-Legende Dan Penn produziert, und neben den mehrheitlich eigenen Songs von Gonzales und Gaffney gibt es auf dem Album auch zwei von Dan Penn mit Spooner Oldham geschriebene Klassiker: „It Tears Me Up“ und vor allem den Ohrwurm „Cry Like A Baby“, der durch den Country-Touch ganz neue Qualitäten offenbart. Einfach schön.
**** – Rory Block, „The Lady And Mr. Johnson“ (Rykodisc)
Es war tief in den Achtzigerjahren, als ich mal beim Durchzappen der TV-Programme auf dem deutschen SWF hängen blieb. Eine mir nicht bekannte nicht mehr ganz junge Frau mit langen braunen Haaren, in einem geblümten Kleidchen, Typ Spät-Hippie, sass da mit der Klampfe auf einem Barhocker und blueste sich die Seele aus dem Leib. Und sie spielte eine Gitarre! Anderntags kaufte ich ich mir eine erste LP von Rory Block. Nun, Aurora Block, die im November 57 wird, hats immer noch drauf, wie sie auf ihrem neuesten Album eindrücklich beweist. Der „Mr. Johnson“ vom Album-Titel ist Robert Johnson. Die Musik des legendären Bluesers aus den Südstaaten hat die Musik und damit das Leben der weissen Blueserin aus Manhattan geprägt. 13 seiner Songs, von „Cross Road Blues“ über „Rambling On My Mind“, „Me And The Devil Blues“ bis zum „Kind Hearted Woman Blues“ covert sie auf dem Album. Eine Stimme und eine Gitarre, die unter die Haut gehen.
Als Produzent und Keyboarder hat Jim Dickinson in den vergangenen Jahrzehnten bei unzähligen Alben gekonnt Hand angelegt – und zwar bei den allerbesten, wie etwa bei Ry Cooder, Bob Dylan, Aretha Franklin, The Cramps, Johnny Cash, John Hiatt.
Meister Cooder steuert denn auch Liner Notes bei zum neuen Album des Veteranen, der im November 65 wird:
It is 2006, light years away from the time of Gus Cannon, DeFord Bailey, and Emmett Miller. The culture of the country has been hijacked by life-style hotshot pimps who join with consumer fascists in selling you back to yourself. Who can you trust? Nobody, in the immortal words of Bert Williams. Who will sing for you, the question posed by Carter Stanley, gone to his reward, unable to answer.
But there is someone, a knowing man, even a man of American family values, who raised his two boys in the sacred code of right and wrong, American-style: Jim Dickinson, son of a Delta match salesman, a code-talker, a personal friend of mine.
Take a seat, listen in, find your place.
Nach seinem Solo-Debüt „Dixie Fried“ (1971) und „Free Beer Tomorrow“ (2002) ist das erst das dritte Soloalbum von Dickinson. Unterstützt von Musikern wie seinen Söhnen Luther und Cody, erfolgreich mit ihrer Band North Mississippi Allstars, und Alvin Youngblood Hart zelebriert er hier eine Art Hommage an die Musik des tiefen US-Südens. Mit viel Blues und Swamp-Groove und Soul präsentiert er alte und neuere Songs wie „Red Neck, Blue Collar“ (von Bob Frank), Terry Fells „Truck Drivin’ Man“, Collin Wade Monks „Violin Burns“, Johnny Taylors 1969er Hit „Love Bone“ und Eddy Hintons „Can’t Beat The Kid (Part 2)“. Saftig und rund.
**** – Hacienda Brothers, „What’s Wrong With Right“ (Proper)
Zum zweiten Mal bringen Chris Gaffney und Dave Gonzalez als Hacienda Brothers stimmungsvoll ihren Western Soul auf Platte. Wiederum hat Soul-Legende Dan Penn produziert, und neben den mehrheitlich eigenen Songs von Gonzales und Gaffney gibt es auf dem Album auch zwei von Dan Penn mit Spooner Oldham geschriebene Klassiker: „It Tears Me Up“ und vor allem den Ohrwurm „Cry Like A Baby“, der durch den Country-Touch ganz neue Qualitäten offenbart. Einfach schön.
**** – Rory Block, „The Lady And Mr. Johnson“ (Rykodisc)
Es war tief in den Achtzigerjahren, als ich mal beim Durchzappen der TV-Programme auf dem deutschen SWF hängen blieb. Eine mir nicht bekannte nicht mehr ganz junge Frau mit langen braunen Haaren, in einem geblümten Kleidchen, Typ Spät-Hippie, sass da mit der Klampfe auf einem Barhocker und blueste sich die Seele aus dem Leib. Und sie spielte eine Gitarre! Anderntags kaufte ich ich mir eine erste LP von Rory Block. Nun, Aurora Block, die im November 57 wird, hats immer noch drauf, wie sie auf ihrem neuesten Album eindrücklich beweist. Der „Mr. Johnson“ vom Album-Titel ist Robert Johnson. Die Musik des legendären Bluesers aus den Südstaaten hat die Musik und damit das Leben der weissen Blueserin aus Manhattan geprägt. 13 seiner Songs, von „Cross Road Blues“ über „Rambling On My Mind“, „Me And The Devil Blues“ bis zum „Kind Hearted Woman Blues“ covert sie auf dem Album. Eine Stimme und eine Gitarre, die unter die Haut gehen.
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